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FONDS

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Investmentfonds- Allgemeines


0. Inhaltsverzeichnis
1. Begriff
2. Fondstypen
3. Charakteristika der Fondstypen
4. Vorteile - Chancen - Risiken
5. Kapitalmarktstatistik der Bundesbank
6. Hinweise und Navigation

 

Begriff 

Investmentfonds stellen ein Sondervermögen einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG) dar.
Nach § 1 KAGG (Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften) ist der Geschäftsbetrieb eines Fonds darauf gerichtet, eingelegtes Geld nach dem Grundsatz der Risikomischung in den nach dem Gesetz zugelassenen Vemögensgegenständen gesondert in Wertpapieren zu investieren (Wertpapierfonds mit Aktien, Renten- und/oder Geldmarkttiteln). Als gesonderte Anlageform kann auch in Immobilien investiert werden (Immobilienfonds mit Beteiligungs- und Grundstückssondervermögen). Das gesammelte Geld der Einleger wird im eigenen Namen der Fonds für gemeinschaftliche Rechnung der Einleger investiert und über die hieraus resultierenden Rechte der Anteilsinhaber werden Urkunden (Zertifikate, Anteilsscheine) ausgestellt. Die Investmentzertifikate verbriefen ein Miteigentum am Fondsvermögen mit einem Anspruch des Inhabers auf Erfolgsbeteiligung und Anteilsrückgabe zum offiziellen Rücknahmepreis.
 


 

Fondstypen 

Hinsichtlich der Art der Fonds kann zwischen offenen und geschlossenen Fonds unterschieden werden. Die in Deutschland üblichen offenen Fonds (oder auch "open-end-funds") geben zur Erweiterung des Sondervemögens laufend neue Zertifikate aus. Geschlossene Fonds (auch sog. "closed-end-funds") geben dagegen eine feststehende Anzahl von Anteilen aus. Schwerpunkt des Informationsangebots dieser Homepage bilden die zu den offenen Fonds zählenden inländischen Publikumsfonds.

Bei Publikumsfonds haben Sie grundsätzlich die Wahl zwischen folgenden verschiedenen Fondstypen:
Aktienfonds,
Rentenfonds,
Mischfonds,
Geldmarktfonds und
(offenen) Immobilienfonds.

Auf den grundlegenden Fondstypen aufbauend wird weiter unterschieden zwischen

Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland,
Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Ausland,
Aktienfonds als Branchen-, Regional- und Spezialitäten- bzw. Themenfonds,
Rentenfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland,
Rentenfonds mit Anlageschwerpunkt Ausland,
Rentenfonds, die in nationale und internationale Kurzläufer investieren,
gemischten Aktien- und Rentenfonds (Mischfonds),
Geldmarktfonds,
Offenen Immobilienfonds sowie den nicht zu den Publikumsfonds zählenden
Geschlossenen Immobilienfonds.
 

Über die konkrete Anlagepolitik eines einzelnen Fonds informieren Sie verbindlich der jeweilige Verkaufsprospekt, die Vertragsbedingungen sowie die jährlichen und halbjährlichen Rechenschaftsberichte der Fondsgesellschaften.
Welcher spezielle Fondstyp für Sie der richtige ist, bestimmen Ihre individuellen Präferenzen hinsichtlich Rentabilität, Liquidität (Vefügbarkeit der investierten Mittel) und Sicherheit:






Die Charakteristika der einzelnen Fondstypen können Sie der Tabelle entnehmen:

 
Risikograd/
Sicherheit
Anlagedauer/
Liquidität
Erträge/
Renditen
besondere
Charakteristika
Fondstypen
Aktienfonds  mittleres bis 
hohes Risiko, erfordern Risikobewußt-
sein 
mittel-, besser langfristiger Anlagehorizont 
ab 8 Jahren
langfristig hohe Wertsteigerungen, hauptsächlich aus Kursgewinnen auf Grund der Kursgewinne besonders 
attraktiv; ertrags- 
stark; langfristig 
empfehlenswert; 
überwiegend 
inflationsneutral 
Rentenfonds 
mittleres bis 
geringes Risiko
mittel- bis lang- fristiger Anlage-
horizont ab 
3 Jahre 
am Kapitalmarkt- 
Zinsniveau 
orientiert 
geeignet zur 
Altersvorsorge; 
sicherheitsorientiert 
Mischfonds
mittleres Risiko mittel- bis langfristiger Anlagehorizont ab 3 Jahre  Abhängig vom Anlageschwerpunkt 
ist der Erfolg mehr 
am Kapitalmarkt- 
Zinsniveau orien- 
tiert oder mehr an 
den Kurssteige- 
rungen der Aktien
je nach wirtschaft-
lichen Rahmenbe- 
dingungen können 
flexibel die Chancen eines Renten- und 
eines Aktien-
engagements genutzt werden; Kompromiß 
zwischen Rendite 
und Sicherheit
Geldmarkt-
fonds 
minimal  kurz- und 
mittelfristig 
am Geldmarkt- 
Zinsniveau 
orientiert 
meist kein Ausgabe- 
aufschlag; durch 
kurze Laufzeiten 
hohe Sicherheit; 
ideal zum "Parken 
von Geldern" und 
bei einer inversen 
Zinsstruktur
Immobilien-
fonds 
minimal  mittel bis 
langfristig 
langfristig beständiger, kontinuierlicher Wertzuwachs  steuerlich beson- 
ders attraktiv; sehr sichere, inflations- 
neutrale Anlage 


 

Vorteile - Chancen - Risiken 

Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland betrug Ende '09 insgesamt rund 4,7 Billionen ?(Quelle: Bankenverband) bei einer jährlichen Geldvermögensbildung von ca. 112 Mrd. €.
Für den einzelnen privaten Investor ist es häufig sehr schwierig, die richtige, erfolgreiche Geldanlage zu finden. Ständige Informationsrecherchen und tägliche Dispositionen sind notwendig und fordern in der Regel viel Zeit und Know-How vom Anleger. Diese Verantwortung und Aufgaben nehmen professionelle Fondsmanager und -verwalter dem Anleger ab.

Hinter der Idee der Investmentfonds steht ein einfaches, aber geniales Prinzip: Viele Anleger zahlen unterschiedliche Anlagebeträge in einen Pool. Die Fondsmanager als Profis kaufen davon - je nach Ausrichtung des Fonds - Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Geldmarkttitel oder Immobilien. Für die Teilhaber des Fonds wird der Vorteil offensichtlich: Sie streuen das Risiko und erhalten bereits ab geringen Beträgen eine bequeme und professionelle Vermögensverwaltung - und zwar weltweit.






Als Vorteile der Ende '08 existierenden 9.809 Publikumsfonds deutscher Provenienz (Quelle: BVI) für den Anleger können angeführt werden:
hohe Rentabilität: Ertragsvergleiche zeigen, daß Sie mit Investmentfonds häufig besser abschneiden als mit anderen Anlageformen, insbesondere verglichen mit Einzel- bzw. Direktengagements. Vor allem mittel- und langfristig liefern Investmentfonds sehr gute Ergebnisse. 
Die Wertentwicklung eines Fonds unter Berücksichtigung des individuell gezahlten Ausgabeaufschlags läßt sich mit der folgenden Formel errechnen: 
Bei Vergleichen einerseits der Fonds gleichen Typs untereinander sowie andererseits mit Einzel- bzw. Direktengagements in Aktien und Renten sind die Nebenkosten zu beachten. Insbesondere häufige Wechsel (sog. fonds-switching) können wegen der Differenzen zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreisen der Fondsanteile die Renditen beträchtlich mindern. 
Bei Aktienfonds z.B. liegt der Ausgabekurs häufig 5% über dem Rücknahmepreis. Diese Differenz muß erst einmal aufgeholt werden. 
Rentenfonds haben dagegen 
i.d.R. einen Ausgabeauf- 
schlag von "nur" 3%. Dabei 
ist allerdings zu bedenken, 
daß 3% beim derzeitigen 
Zinsniveau am Kapitalmarkt 
bereits der Hälfte des Ge- 
samtniveaus entsprechen; 
die Zinsen am Kapitalmarkt 
sind mittlerweile auf dem 
niedrigsten Stand seit Kriegsende. Deswegen wird 
vielerseits geraten, das Au- 
genmerk mehr auf Aktien 
zu legen, trotz der in letzter 
Zeit zu verzeichnenden 
Kursrekorde.
Die Verwaltungsgebühren bei Fonds liegen i.d.R. bei ca. 1% des investierten Vermögens. 
Derzeit bieten zahlreiche Direktbanken und sog. Discount Broker günstige Konditionen.
 
Vorsorgekapital: Aufgrund der steigenden Lebenserwartung und den zunehmend schmaleren öffentlichen Rentenkassen gewinnen Investmentfonds als Bausteine der betrieblichen Altersversorgung und privaten Vorsorge immer größere Bedeutung. Gerade die Diskussionen um die Sicherheit der gesetzlichen Rentenversicherung veranlaßten viele Investmentgesellschaften dazu, neue Konzepte für eine zusätzliche Altersvorsorge in Form einer "zweiten Rente" anzubieten. Auch das Bundesfinanzministerium fördert die durch Beteiligung an Investmentfonds getätigte private Altersvorsorge. Das "Dritte Finanzmarktförderungsgesetz" sieht vor, daß künftig besondere Fonds mit langfristiger Bindung und das Angebot von Pensionssparplänen bzw. sog. Altersvorsorge-Sondervermögen (AS-Fonds) zugelassen werden. Daneben werden es schon seit längerem von nahezu allen Fondsgesellschaften sog. (An-)Sparpläne angeboten wie z.B. von der zur Deutschen Bank AG gehörenden DWS, Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen mbH, mit dem dynamischen Vorsorgesystem DWS Investmentrente

Die Idee des AS-Fonds ist folgende: Investmentfonds erwirtschaften verglichen mit einer einfachen Lebensversicherung i.d.R. höhere Erträge. Da die Wertpapierfondsanteile aber den Schwankungen der Kapitalmärkte unterliegen, kann die genaue Auszahlungssumme am Ende der Laufzeit nicht genau errechnet werden. Um das Risiko für den Anleger zu mindern, bieten neuerdings Fondsgesellschaften an, die Anteile vor Laufzeitende von den ertragreichen, aber relativ riskanteren Aktienfonds in weniger volatile, relativ sichere, dafür aber auch weniger ertragreiche Anlageformen wie z.B. Rentenfonds umzuschichten. 
Bei den Ansparplänen investiert der Anleger über einen bestimmten Zeitraum immer den gleichen Betrag. Dabei kann sich der Investor bei seinen regelmäßigen Einzahlungen die Volatilität zunutze machen: Steigen die Kurse, werden weniger Anteile erworben und fallen die Kurse, werden mehr Anteile erworben. Der Investor verhält sich somit automatisch richtig und erzielt im Durchschnitt günstigere Einstiegspreise (sog. cost-average-Effekt).
Zur steuerlichen Optimierung der Anlage betten einige Anbieter das Programm in eine minimale fondsgebundene Lebensversicherung ein. 

Losgrößenvorteile: Ihr Geld wird mit dem anderer Anleger gesammelt. Die Ansammlung der vielen kleinen Beiträge zu einem großen Sondervermögen erlaubt es den Fondsmanagern, das Fondsvermögen zu Großanleger-Konditionen anzulegen.
professionelles Fondsmanagement: Das Sondervermögen wird von erfahrenen, professionellen Fondsmanagern angelegt, die sich täglich über die neusten Entwicklungen informieren und bei Bedarf auf Veränderungen der Marktlage sofort zu Ihrem Nutzen reagieren können. Das sog. Timing-Problem, die Bestimmung des Kaufs- und Verkaufszeitpunkts für die einzelnen Wertpapiere, wird dem Anleger abgenommen. 
sofortige Risikostreuung: Ihr Kapital wird bei einer Investmentfondsanlage unmittelbar diversifiziert, denn es wird zusammen mit dem Kapital anderer Anleger in eine breite Palette attraktiver Anlageformen investiert. Sie erreichen dadurch eine Risikostreuung, die Sie bei der Einzel- bzw. Direktanlage im Allgemeinen nicht erzielen können. 
Unter Risikodiversifikationsaspekten besonders interessant und effizient ist das sog. Fonds-in-Fonds- oder auch Dachfonds-Konzept. Hierbei erwirbt der Anleger Anteile eines Fonds, der seinerseits wiederum Anteile anderer Investmentfonds zeichnet. Das bedeutet, sie kaufen einen Fonds, sind aber durch das Konzept indirekt im Besitz mehrerer Fonds. 
Anlegerschutz: Die verantwortungsvolle Verwaltung und das Management des Sondervermögens ist gesetzlich geregelt im Investmentgesetz. Den Schutz des Anlegers gewährleistet die Kontrolle der Kapitalanlagegesellschaften durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) i.V.m. dem Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG). Fachleute sprechen vom ?strengsten Investmentgesetz der Welt". Es verpflichtet zur Anlagestreuung und verbietet unnütze Spekulationen. 
Das Gesetz bietet auch Anlegerschutz bei den mehr als 500 ausländischen Publikumsfonds hierzulande, denn der Vertrieb darf erst aufgenommen werden, wenn es der BaFin ordnungsgemäß angezeigt worden ist und dem Antrag nicht widersprochen wurde.
einfache Abwicklung: Der Erwerb von Fondsanteilen ist ganz einfach. Viele Fonds bieten eine Zeichnung schon für 100 DM im Monat an. Außerdem spart eine Direktanlage bei den Investmentgesellschaften häufig nicht nur die Depotverwahrungskosten, sondern ermöglicht Ihnen obendrein auch ein schnelles und kostengünstiges Wechseln innerhalb einer Fondsfamilie (sog. fonds-switching).
jederzeitige Verfügbarkeit: Wenn Sie wollen, können Sie börsentäglich über Ihr Geld verfügen, denn Mindestlaufzeiten oder Kündigungsfristen gibt es bei Investmentfonds nicht. Wegen der Differenzen zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreisen können allerdings häufige Wechsel zwischen Fonds die Renditen beträchtlich mindern (s.o.). Unter steuerlichen Aspekten sollten die Fonds-Anteile mindestens 12 Monate gehalten werden. Weiterhin sollte vor dem Hintergrund des Erwerbs von Renten- und insbesondere von Aktienfonds ein langfristiger Anlagehorizont (min. 8 Jahre bei Aktienfonds) beachtet werden.
Steuervorteile: Der Erwerb von Investmentfondsanteilen wird steuerlich begünstigt, denn der Fiskus läßt die Wertsteigerung der Fondsanteile sowie die im Fonds realisierten Kursgewinne weitgehend unangetastet (noch!) und fördert das Investmentfondssparen mit einer Sparzulage bis max. 80 € (20% von max. 400 € im Jahr) im Rahmen der Vermögenswirksamen Leistungen. Investmentfondsanteile unterliegen weiterhin einem ermäßigten Steuersatz von 0,5% anstelle von 1% bei Festgeld. Nicht alle Spekulationsgewinne sind steuerpflichtig. Gegenwärtig werden nach § 23 EStG nur diejenigen Spekulationsgewinne besteuert, die 512€ als Freigrenze übersteigen und durch Veräußerung von Wertpapieren innerhalb von 12 Monaten erzielt wurden. 
Immobilienfonds nutzen vor Allem die steuerlichen Vergünstigungen auf die Objekte des Sondervermögens. Das ist besonders interessant für Anleger, die ihre persönlichen Steuerfreibeträge bereits voll ausgeschöpft haben. 
Weitere Informationen zu den steuerlichen Aspekten einer Anlage in Investmentfonds erhalten sie z.B. von der 

DWS und ein Steuerlexikon finden sie z.B. bei

Die Kapitalmarktstatistik für die inländischen Publikumsfonds entwickelte sich laut Deutscher Bundesbank in der Jahren 2007 bis 2010 wie folgt:

 
2007
2008
2009
2010
Mittelaufkommen + 13,4 Mrd. ?
- 7,9 Mrd. ?
+ 43,7 Mrd. ?
+ 10,0 Mrd. ?
verwaltetes Fondsvermögen 1.047 Mrd. ? 909 Mrd. ?
1.027 Mrd. ?
1.032 Mrd. ?
Anteilumlauf 16.715,8 Mio. St. 16.543,5 Mio. St.
16.918,9 Mio. St.
17.092,7 Mio. St.

 

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Quellen: Investmentfonds.de.
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