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27.07.2011   
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news aktuell 27.07.2011:

Westdeutsche Zeitung: Den USA droht wegen eines Parteienstreits der Staatsbankrott = Von Peter De Thier



   Düsseldorf (ots) - Es ist unfassbar, aber wahr: Die Zeit läuft den

Amerikanern davon, Demokraten und Republikaner sind hoffnungslos 

zerstritten und die USA befinden sich unmittelbar vor der 

Staatspleite. Es ist ein Spiel mit dem Feuer. Sollte die Galgenfrist 

bis zum 2. August ohne eine Einigung zur Anhebung des staatlichen 

Schuldenlimits verstreichen, droht nicht nur den USA ein Fiasko: Dann

werden die Weltwirtschaft und die globalen Finanzmärkte in ihren 

Grundfesten erschüttert.


   Es käme dann zu einem dramatischen Zinsanstieg, da Anleger eine 

höhere Risikoprämie für US-Staatsanleihen verlangen würden - jene 

Wertpapiere, die früher als die sichersten der Welt galten. Höhere 

Zinsen bedeuten teure Kredite und folglich weniger Produktion und 

Konsum. An den Märkten bräche Chaos aus. Zu erwarten wären 

irrationale Panikverkäufe. Auch dürfte der Dollar eine steile 

Talfahrt antreten. Das würde zwar dem Euro den Rücken stärken, wäre 

aber andererseits ein Rückschlag für die deutsche Exportwirtschaft.


   Der IWF und andere Organisationen haben mehrfach vor den Risiken 

für die globale Wirtschaft gewarnt. Die ausufernde Staatsverschuldung

der weltgrößten Volkswirtschaft zählte immer zu den vorrangigen 

Risiken.


   Falls nun alle Stricke reißen und die politische Groteske in 

Washington kein rasches Ende findet, wäre knapp zwei Jahre nach 

Überwindung der jüngsten Rezession der nächste tiefe Einbruch nahe. 

So gesehen ist es gespenstig, mit welchem politischen Starrsinn die 

Akteure in Washington sich weigern, den Ernst der Lage zu erkennen.


   Präsident Barack Obama hat den Republikanern nahezu jeden Wunsch 

erfüllt. Er will auf Steuererhöhungen verzichten und ist bereit, 

wesentlich tiefere Einschnitte in Sozialprogramme in Kauf zu nehmen, 

als es seinen Parteifreunden recht ist. Doch die Opposition sagt 

trotzdem "Nein". Es kommt unweigerlich der Eindruck auf, als sei es 

ihr gut 15 Monate vor den US-Wahlen wichtiger, Obama zu schaden, als 

im Interesse weltweiter Finanzstabilität einen vernünftigen 

Kompromiss zu schließen.


   Dabei übersehen die Republikaner offenbar, dass sie sich mit 

dieser Strategie ins eigene Fleisch schneiden und bei den nächsten 

Wahlen böse Überraschungen erleben könnten.


Originaltext:         Westdeutsche Zeitung

Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/62556

Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_62556.rss2


Pressekontakt:

Westdeutsche Zeitung

Nachrichtenredaktion

Telefon: 0211/ 8382-2358

redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de

Quelle: news aktuell


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