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04.02.2015   
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Investmentfonds.de 04.02.2015:

Fidelity Makroausblick: Moderate Belebung des globalen Wirtschaftswachstums erwartet



Köln, den 04.02.2015 (Investmentfonds.de) -

Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity Worldwide Investment
Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity Worldwide Investment,
schreibt in einer aktuellen Einschätzung:
- Nachlassender Sparzwang, lockere Finanzierungsbedingungen und
niedrige Rohstoffpreise begünstigen das weltweite Makroumfeld
- Aufschwung in der Eurozone nimmt in der zweiten Jahreshälfte Fahrt auf
- Asien zeigt sich am widerstandsfähigsten gegenüber geopolitischen
Risiken wie der Krise in Russland oder der Situation in Griechenland
Globales Wachstum: Rückläufige Inflation dürfte im ersten Halbjahr anhalten
"Aktuell sehe ich vor allem drei positive Entwicklungen, die in diesem
Jahr eine moderate Belebung des Weltwirtschaftswachstums begünstigen
könnten. Erstens hat in vielen Industrieländern der Sparzwang der öffent-
lichen Hand etwas nachgelassen. Zweitens wurden die Finanzierungsbedingungen
gelockert: So hat die Europäische Zentralbank EZB quantitative Lockerungen
angekündigt und die chinesische Zentralbank ihre Liquiditätsspritzen
verstärkt. In Kanada, Indien und der Türkei haben die Zentralbanken die
Zinsen im Januar gesenkt, und auch von der Bank of Japan werden wohl
weitere Stimulusmaßnahmen kommen. Drittens helfen niedrige Rohstoffpreise
den Konsumenten auf der ganzen Welt und sorgen für eine entspanntere Haus-
haltslage in ölimportierenden Ländern. Es dürfte jedoch noch drei bis sechs
Monate dauern, bis sich die niedrigeren Energiepreise spürbar positiv beim
Wachstum bemerkbar machen. Der starke rückläufige Inflationstrend dürfte
zumindest im ersten Halbjahr 2015 anhalten, während die Aussichten für das
zweite Halbjahr von der Entwicklung beim Ölpreis abhängen. Die größten
Risiken gehen meiner Ansicht nach von der Russlandkrise und einem unerwartet
schnellen Anstieg der Inflation und der Löhne in den USA aus.
USA: Erste Zinserhöhung im vierten Quartal erwartet
Die US-Wirtschaft erholt sich weiter, getragen von niedrigen Kreditzinsen,
nachlassendem Sparzwang der Regierung und gesunkenen Energiepreisen. Für
die jüngste Schwäche einiger Indikatoren, wie etwa des Einkaufsmanager-
indexes, waren Energiekomponenten verantwortlich. Das Gleiche gilt für
die realen Einzelhandelsumsätze oder den Kernverbraucherpreisindex. In
den kommenden Monaten jedenfalls dürfte sich der Rückenwind für den Konsum
und sinkende Produktionskosten infolge fallender Energiepreise zunehmend
in den Daten niederschlagen. Diese Entwicklung findet mit gewisser Ver-
zögerung statt. So kann es durchaus noch drei bis sechs Monate dauern,
bis die positiven Auswirkungen der niedrigen Energiepreise umfassend
beim Wachstum durchschlagen. Allerdings wird sich das Wachstumstempo
in den USA in diesem Jahr wohl nicht so kräftig beschleunigen wie 2014.
Gerade einige auf Umfragen basierende Indikatoren werden deshalb ihren
aktuellen Höchststand wohl nicht halten können. Unterdessen verhindern
eine sinkende Inflationsrate und ein stärkerer Dollar vorerst, dass die
Fed auf einen restriktiven Kurs umschwenkt. Nach wie vor bin ich über-
zeugt, dass die erste Zinserhöhung im vierten Quartal kommen wird.

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Eurozone: Konjunkturelle Talsohle wurde durchschritten Aus meiner Sicht verdichten sich die Anzeichen, dass die konjunkturelle Talsohle im Schlussquartal 2014 erreicht wurde. Wir erwarten daher, dass der Aufschwung in den nächsten Monaten an Kontur gewinnt. Nach ihrer Sitzung im Januar hat die EZB ein ambitioniertes quantitatives Lockerungs- programm angekündigt. Das dürfte den Euro weiter schwächen, die Zinsen zusätzlich drücken und so die Weichen für einen Wiederanstieg des Wachstums im laufenden Jahr stellen. Zusätzliche Impulse dürften von niedrigeren Energiepreisen und der weniger rigiden Sparpolitik ausgehen. Wie überall werden sich auch hier die Veränderungen erst mit Verzögerung bemerkbar machen. Mit einem (wenn auch moderaten) sich selbst tragenden Aufschwung ist daher nicht vor der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. Bis dahin werden Unsicherheiten über die weitere Entwicklung in Griechenland und die Gefahr einer Zuspitzung der Russlandkrise, die über die Finanz- märkte auf andere Bereiche übergreifen könnte, die Märkte in Atem halten. Japan: Löhne werden nur mit strukturellen Reformen dauerhaft steigen Eine insgesamt marktfreundlichere Politik, sinkende Energiepreise und eine stärkere Auslandsnachfrage dürften den leichten Wiederanstieg des Wachstums im Jahresverlauf stützen. Das beschleunigte Wachstum wird sich jedoch wohl erst zur Jahresmitte deutlich bemerkbar machen. Sollten Inflation und Inflationserwartungen weiter zurückgehen, könnte sich die Bank of Japan zu weiteren Maßnahmen gezwungen sehen. In der Zwischenzeit sollten Anleger die Möglichkeit eines Nachtragshaushalts im Auge behalten, der Aufschluss über die Haushaltspolitik der Regierung geben würde. Mit den Lohnverhandlungen im Frühjahr werden wohl wie schon 2014 die Nominal- löhne steigen. In Verbindung mit geringerem Preisauftrieb dürften sie zudem eine Erholung der Reallöhne bewirken. Aber wie gehabt sind Struktur- reformen für mehr Produktivität in den Unternehmen die Voraussetzung dafür, dass die Löhne dauerhaft steigen können. Kein leichtes Unterfangen, denn der Schwung der Wirtschaftsreformen von Ministerpräsident Abe wird in den kommenden sechs bis zwölf Monaten kaum merklich zunehmen. China: Jüngste Stimulusmaßnahmen dürften Konjunktur im ersten Halbjahr beleben Das langsamere Wirtschaftswachstum in China als Folge struktureller Reformen hält an. Parallel werden die Ungleichgewichte im Schattenbankensystem und im Immobiliensektor allmählich abgebaut. Im dritten und vierten Quartal 2014 erreichte der Minizyklus die Talsohle. Daher könnte es im ersten Halbjahr dieses Jahres zu einem sehr moderaten Anstieg der Konjunkturdaten kommen, getragen von den jüngsten allgemeinen und gezielten Stimulusmaßnahmen sowie den Investitionen in die Infrastruktur. Der starke Renminbi bleibt eine Belastung für den Export. Wegen der stärkeren Auslandsnachfrage könnten die Nettoexporte jedoch in der zweiten Jahreshälfte wieder positiv zum Wachstum beisteuern. Da stabiles Wachstum ein erklärtes Ziel der Regierung in Peking ist, ist eine harte Landung nach wie vor unwahrscheinlich. Weil aber auch Reformen unverändert im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, können Stimulusmaßnahmen bei kleinsten Anzeichen für mehr Wachstum von jetzt auf gleich zurückgenommen werden. Schwellenländer: Rohstoffexportierende Länder weiter unter Druck Im Jahresverlauf werden die Unterschiede zwischen den Schwellenländern zunehmen. Rohstoffexportierende Länder werden dabei auch weiter mit den Folgen des nachlassenden Wachstums in China und sinkender Ölpreise zu kämpfen haben. Das gilt besonders für Russland, Brasilien, Chile und Südafrika. Zugleich dürften die meisten Länder Asiens, die Türkei sowie Zentral- und Osteuropa von der allmählichen Wachstumsbelebung dank einer günstigen Entwicklung der Ausfuhrpreise ? verglichen mit den Einfuhrpreisen ? und niedriger Inflation profitieren. Interessanterweise hat der schwächere Preisauftrieb es den Zentralbanken der Türkei und Indiens bereits ermöglicht, die Zinszügel zu lockern. In den nächsten Monaten dürfte der Handlungsspielraum der genannten und anderer Schwellenländer weiter wachsen. Unter allen Regionen zeigt sich Asien immer noch am widerstandsfähigsten gegenüber möglichen Risiken, ausgehend von der Krise in Russland, von weltweit steigenden Renditen und Unsicherheiten rund um die Entwicklungen in Griechenland."

Quelle: Investmentfonds.de


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Quellen: Investmentfonds.de.
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