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29.01.2016   
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Investmentfonds.de 29.01.2016:

Bantleon: US-Notenbank wird vorsichtiger



Köln, den 29.01.2016 (Investmentfonds.de) - 



Dr. Andreas A. Busch, Senior Analyst Economics bei Bantleon


Dr. Andreas A. Busch, Senior Analyst Economics bei Bantleon, schreibt 
in einem Kommentar zur Zinspolitik der US-Notenbank:


"Die US-Notenbank hat wie erwartet den Leitzins-Korridor unverändert 
bei 0,25% bis 0,50% belassen. Daneben hielt sie trotz der abnehmenden 
Wachstumsdynamik zum Ende des vergangenen Jahres an ihrer positiven 
Einschätzung zur aktuellen konjunkturellen Lage fest. Die Währungshüter 
würdigten dabei vor allem den kräftigen Beschäftigungszuwachs, der sich 
ungeachtet des zuletzt geringeren gesamtwirtschaftlichen Expansionstempos 
fortsetzte."


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"Während sich damit die Anpassungen bei der Beschreibung des konjunk- turellen Umfelds im Vergleich zum Dezember-Statement in Grenzen hielten, findet sich bei der Bewertung der Inflationsperspektiven eine grössere Modifikation. Aufgrund des anhaltenden Energiepreisverfalls rechnen die Notenbanker nun mit einer Verzögerung bei der Rückkehr zum 2%-Inflationsziel. Zu einer zweiten Änderung kam es bei der Beurteilung der Risiken. So hat der Offenmarktausschuss die im Dezember verwendete Formulierung gestrichen, wonach die Risiken für das Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt ausgeglichen seien. Stattdessen heisst es neu, man werde die weltwirtschaftliche Entwicklung und das Geschehen an den Finanz- märkten »aufmerksam beobachten«, um zu bewerten, welche Auswirkungen sich daraus für die Risikoeinschätzung ergeben. Es wird somit zwar noch nicht davon gesprochen, dass die von dieser Seite ausgehenden Gefahren zugenommen haben. Gleichwohl kann das neue Wording als ein Hinweis darauf angesehen werden, dass es inzwischen eine grössere Zahl an FOMC-Mitgliedern gibt, die diese Meinung vertritt. Nach unserer Auffassung spiegeln die Anpassungen im FOMC-Statement eine wachsende Vorsicht der Währungshüter beim Timing des nächsten Zinsschritts wider. Notenbankpräsidentin Janet Yellen hatte schon bei der Erläuterung der ersten Zinserhöhung im Dezember erklärt, dass der Offenmarktausschuss der aktuellen und künftigen Inflations- entwicklung besondere Beachtung schenken wird. Wenn die Währungshüter im jüngsten Statement nun ihre Inflationserwartungen nach unten korrigiert haben, spricht das in unseren Augen für eine geringere Notwendigkeit, den zweiten Zinsschritt schon bald folgen zu lassen. Auch der Verweis auf eine grössere Wachsamkeit hinsichtlich der Konjunkturrisiken deutet in diese Richtung. Wir sehen vor diesem Hintergrund unsere Einschätzung bestätigt, wonach aufgrund gewachsener Unsicherheiten die Hürde für die nächste Zinsanhebung schon im März gestiegen ist. In unserem Basisszenario dürften die Leitzinsen erst im Juni zum zweiten Mal angehoben werden. Ganz vom Tisch ist eine Zinsanhebung Mitte März (Sitzung mit an- schliessender Pressekonferenz) bzw. Ende April (Sitzung ohne Pressekonferenz) zwar nicht, da sich die Fed mit dem aktuellen FOMCStatement nach wie vor alle Optionen offen gehalten hat. Aller- dings müssten dafür die in den nächsten Wochen zu veröffentlichenden Wirtschaftsdaten einheitlich das Bild einer wieder anziehenden Wachs- tumsdynamik zeichnen. Gleichzeitig dürfte der Inflationsausblick nicht durch eine sich fortsetzende USD-Aufwertung bzw. einen weiter- gehenden Rohölpreisverfall gedämpft werden."

Quelle: Investmentfonds.de


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