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25.09.2017   
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Investmentfonds.de 25.09.2017:

BNY Mellon IM-Kommentar: Merkel erneut Kanzlerin – was nun?



Köln, den 25.09.2017 (Investmentfonds.de) - 



Mit klarem Vorsprung zu den anderen Parteien hat die CDU die Wahlen 
zum 19. Bundestag gewonnen. Damit ist auch entschieden, wer künftig 
die Regierungsgeschäfte leitet: Die alte und neue Bundeskanzlerin 
Angela Merkel.

 
Für die Experten von BNY Mellon Investment Management (IM) ist dieses 
Ergebnis alles andere als überraschend. Jedoch warnt Nick Clay, leitender 
Fondsmanager bei Newton Investment Management, einer Boutique von BNY 
Mellon IM: „Wir könnten uns vorstellen, dass die optimistischen Schlüsse, 
die die Märkte aus diesem Wahlergebnis ziehen, voreilig sind.“ Paul Hatfield, 
Global Chief Investment Officer bei Alcentra, ebenso eine Boutique von BNY 
Mellon IM, ist überzeugt: „Das Ergebnis wird Merkels Einfluss in der zu-
künftigen Koalition schwächen und könnte auch Auswirkungen auf die Brexit-
Verhandlungen haben.“

 

Lesen Sie nachfolgend die Kommentare der beiden Experten:





Nick Clay, leitender Fondsmanager bei Newton Investment Management (BNY Mellon IM):

 
„Da die deutsche Wirtschaft einer der größten Nutznießer des ‚Projekts Europa‘ 
ist und sich auch dank der im Jahr 2016 in China umgesetzten Ankurbelungsmaßnahmen 
momentan sehr gut entwickelt, kommt die Wiederwahl von Angela Merkel nicht über-
raschend. 

Wir könnten uns allerdings vorstellen, dass die optimistischen Schlüsse, die die 
Märkte aus diesem Wahlergebnis ziehen, voreilig sind. Nach dem Wahlsieg von Emmanuel 
Macron in Frankreich waren die Märkte ja zu der Auffassung gelangt, dass dieser 
Wahlausgang im Hinblick auf den aufstrebenden Populismus einen Wendepunkt markiert
und sich das politische Umfeld nun wieder normalisieren wird. Und dass es sich beim 
Brexit lediglich um eine unüberlegte und missverstandene Fehlentscheidung handelt. 
Unserer Meinung nach könnten sich diese Einschätzungen aber durchaus als Irrtümer 
erweisen, gerade wegen des Erstarkens der Rechtsaußenpartei AfD (13,5 Prozent), 
die besser abschnitt als erwartet und zur drittstärksten Partei wurde. Schließlich 
hat mit Macron ein absoluter Außenseiter, der noch vor einem Jahr in politischen 
Kreisen völlig unbekannt war, die Wahl für sich entschieden. An dieser Stelle 
sehen wir eher Parallelen zu Donald Trump (obwohl dieser natürlich einen ganz 
anderen Ansatz verfolgt), denn beide Kandidaten haben davon profitiert, dass 
die Wähler gegen die etablierten Parteien gestimmt haben. Und nach wie vor wünscht 
sich die Bevölkerung Wandel und Veränderung, da der Status quo für sie einfach
 nicht funktioniert. Mit dem Brexit wurde diese Unzufriedenheit ebenso zum Aus-
druck gebracht wie mit der britischen Parlamentswahl.
 

Deshalb halten wir es für gefährlich, aus der Wiederwahl von Angela Merkel das 
Ende der populistischen Tendenzen abzuleiten, zumal man damit die im nächsten 
Jahr in Italien anstehende Wahl ebenso wie eine mögliche Abstimmung in Katalonien 
als risikolos einstufen würde. Aber Veränderungen sind immer noch notwendig und 
werden auch gefordert werden.“

 

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Paul Hatfield, Global Chief Investment Officer bei Alcentra (BNY Mellon IM): „Die Märkte hatten bei dieser Wahl keine Überraschungen erwartet, jedoch sorgte der überraschend hohe Stimmenanteil der AfD für Bestürzung. Vor dem Hintergrund der eher besonnenen Reaktionen auf die größeren politischen Schocks der letzten Zeit, erwarten wir jetzt keine deutlichen Wertschwankungen. Das Ergebnis wird Merkels Einfluss in der zukünftigen Koalition schwächen und könnte auch Auswirkungen auf die Brexit-Verhandlungen haben. Die Märkte hatten ursprünglich erwartet, dass die Bundestagswahl die Weichen für eine enge Partnerschaft zwischen Merkel und Macron stellen und damit weiterhin eine Stütze für den Euro sein würde – mit direkten Vorteilen für die europäischen Aktienmärkte. Doch der Erfolg der AfD könnte einen Strich durch diese Rechnung machen. Bundesanleihen und US-Staatsanleihen zeigten zuletzt einen ähnlichen Verlauf, und vieles sprach dafür, dass sich dieser Trend fortsetzen würde – aber dieses Wahlergebnis könnte dazu führen, dass die Zinsdifferenz noch eine Zeitlang andauert.“

Quelle: Investmentfonds.de


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