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07.12.2017   
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Investmentfonds.de 07.12.2017:

AB: Diese 5 Schlüsselfaktoren sollten Anleiheinvestoren 2018 beachten



Köln, den 07.12.2017 (Investmentfonds.de) - 



Markus Peters, Senior Portfolio Manager Fixed Income bei AllianceBernstein (AB)


Das auslaufende Jahr wird wohl als eines in Erinnerung bleiben, in dem sich 
Anleihen in fast allen Märkten relativ gut entwickelt haben. 2018 dürfte 
für die Anleger erheblich herausfordernder werden. Markus Peters, Senior 
Portfolio Manager Fixed Income beim Asset Manager AllianceBernstein (AB), 
ist überzeugt, dass folgende Schlüsselfaktoren die Anleiheinvestments im 
Jahre 2018 beeinflussen werden: Inflation, Monetärpolitik, Populismus, 
aktive Selektion, China und Trump (IMPACT).
 

2018 wird ein Jahr des Übergangs. Anleger sind gut beraten, ihre Aufmerk-
samkeit auf die genannten Schlüsselfaktoren zu richten. Was das genau 
bedeutet, beschreibt Markus Peters im Expertenkommentar „Diese 5 Schlüssel-
faktoren sollten Anleiheinvestoren 2018 beachten“:


Das auslaufende Jahr wird wohl als eines in Erinnerung bleiben, in dem 
sich Anleihen in fast allen Märkten relativ gut entwickelt haben. 2018 
dürfte für die Anleger erheblich herausfordernder werden. Niedrige Zins-
renditen und enge Spreads bedeuten ein geringeres Aufwärtspotenzial. Auf 
der anderen Seite bleibt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in Europa 
oder den USA in den kommenden zwölf Monaten gering. Wir glauben, dass 
folgende Schlüsselfaktoren die Anleiheinvestments im Jahre 2018 beeinflussen 
werden: Inflation, Monetärpolitik, Populismus, aktive Selektion, China und 
Trump (IMPACT).

 
Inflation – In der Eurozone dürfte die Inflation unter dem Ziel 
der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent verbleiben. Da jedoch 
die Konjunktur weiterhin leicht anzieht, dürften disinflationäre Risiken 
in Europa begrenzt bleiben.


In den USA erwarten wir für 2018 einen Anstieg der Inflation auf 2,1 Prozent. 
Die Dynamik könnte sich noch verstärken, abhängig von der Entwicklung des 
Ölpreises, des US-Dollars und den Auswirkungen der geplanten Steuerreform. 
Jeglicher nennenswerter Fiskalstimulus könnte den bereits engen Arbeitsmarkt 
weiter befeuern, was wiederum zu Lohndruck führen könnte.

 
Monetärpolitik – Die Normalisierung der Geldpolitik in den Industrie-
ländern setzt sich 2018 fort. In Europa machte EZB-Chef Mario Draghi klar, 
dass Zinserhöhungen nicht unmittelbar bevorstehen, wodurch deutsche Staats-
anleihen am kurzen Ende weniger stark unter Druck geraten sollten. Doch mit 
der Reduzierung der geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen (Quantitative Easing, 
QE) und den verbesserten Konjunkturdaten müssen Anleger mit steigenden 
Renditen rechnen.


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Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird angesichts robuster Konjunktur- aussichten ihre Bilanz weiter reduzieren und wahrscheinlich mehrmals die Zinsen erhöhen. Wir rechnen nicht damit, dass der neue Fed-Chef Jerome Powell vom klar kommunizierten Kurs seiner Vorgängerin Janet Yellen dramatisch abweichen wird. Lediglich ein unerwartet deutlicher Inflationsanstieg könnte die Fed unter Zug- zwang setzen. Populismus – Auch im auslaufenden Jahr verschwand der Populismus nicht von der Bildfläche, und könnte 2018 wieder in den Vordergrund treten. In Europa dürfte Italiens Fünf-Sterne-Bewegung die Märkte bis zur Wahl im Mai in Atem halten. Die volatile Situation in Katalonien war ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Finanzkrise und ihre Folgen in Europa noch immer nicht vollständig überwunden sind. Sogar in Deutschland, dem traditionellen Stabilitätsanker Europas, könnte eine Neuwahl notwendig werden. Dabei sind weitere Stimmenge- winne für die rechtspopulistische AfD nicht auszuschließen. In Lateinamerika könnten die politischen Risikoprämien für kolumbianische und mexikanische Staatsanleihen im Vorfeld der Wahlen im Mai beziehungsweise Juli steigen. All dies lässt es ratsam erscheinen, nicht ganz auf „Safe Haven“-Allokationen im Portfolio zu verzichten, um die Klippen von 2018 zu umschiffen. Aktive Selektion wird den Unterschied machen. Wir plädieren dafür, dass Anleger sich als guten Vorsatz für das neue Jahr setzen sollten, flexibler und aktiver in ihren Portfolios zu agieren. In Europa dürften Finanzpapiere von einer ver- besserten Konjunktur profitieren, aber längst nicht alle. Die richtige Auswahl wird daher entscheidend sein. In den USA erscheinen uns besicherte Hypotheken- papiere als attraktiv, insbesondere Credit-Risk-Transfer-Wertpapiere von den öffentlichen Hypothekenbanken. Denn sie können Schutz bieten, falls die Zinsen steigen. Diese Anleihen sind variabel verzinst und damit steigt ihr Kupon zusammen mit dem LIBOR. China steht weiterhin vor großen Herausforderungen. Banken und Unternehmen sind immer noch zu stark mit Fremdkapital gehebelt. Daher ist es für Chinas Regierung schwierig, die Risiken aus dem System zu entfernen, ohne dadurch die Konjunktur zu stark abzuschwächen. Auf mittlere Sicht wird der Fokus von der Höhe der Wachs- tumsrate auf die Qualität des Wachstums wechseln. So dürfte etwa die Lebens- qualität der Bürger und in diesem Zusammenhang eine höhere Umweltverträglichkeit der industriellen Produktion stärker betont werden. Wir glauben jedoch, dass das Land eine harte Landung in 2018 vermeiden kann. Trump und seine Politik sind die wohl am schwierigsten einzuschätzende Variable für Konjunktur und Kapitalmärkte in 2018. Die politische Unsicherheit in Washington ist das dominierende Risiko. Trump steht unter erheblichem Druck, seine Wahl- versprechen noch vor den Kongresswahlen im November umzusetzen. Es ist dennoch wahrscheinlich, dass die US-Wirtschaft jedwede damit verbundene Volatilität verkraften wird, aber das Risiko von politischen Fehlentscheidungen bleibt hoch. Fazit 2018 wird ein Jahr des Übergangs. Denn wir schreiten im aktuellen Marktzyklus immer weiter voran und haben bereits heute ein spätes Stadium erreicht. Anleger sind gut beraten, ihre Aufmerksamkeit auf die beschriebenen Schlüsselfaktoren zu richten. 2017 wurde von sehr moderater Volatilität und stetigem globalen Wachstum geprägt. Es ist keineswegs gesagt, dass 2018 Ähnliches mit sich bringen wird. In diesem Umfeld glauben wir, dass Anleger Zinsrisiken weiterhin unterge- wichten sollten, insbesondere in Europa. Deutsche Staatsanleihen sind teuer, und sie haben eine potenziell aggressivere EZB-Antwort auf höheres Wachstum und Inflation nicht eingepreist. Die Credit Spreads erscheinen eng, aber Chancen gibt es weiterhin für jene Anleger, die wählerisch sein können. So könnten US-Hypothekenpapiere oder europäische nachrangige Bankanleihen von einem verbesserten amerikanischen Immobilienmarkt respektive solideren Bilanzen profitieren. Aber auch die Schwellenländer haben Potenzial und sollten bedacht werden: Politische Reformen sind in einigen Staaten, wie zum Beispiel Argentinien, auf einem guten Weg. In anderen Ländern könnten politische Unsicherheiten Chancen hervorbringen, wie etwa in Mexiko ange- sichts der anstehenden Wahlen und den Neuverhandlungen über das nordameri- kanische Freihandelsabkommen NAFTA.

Quelle: Investmentfonds.de


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