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28.03.2018   
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Investmentfonds.de 28.03.2018:

T. Rowe Price: Warum die Zollpolitik die Devisenmärkte bewegt



Köln, den 28.03.2018 (Investmentfonds.de) - 



Andrew Keirle, Portfoliomanager bei T. Rowe Price


Eigentlich nutzen Staaten Währungen als Instrument, um ihre Volkswirtschaften 
anzukurbeln. In letzter Zeit setzen offenbar Regierungen eher Einfuhrzölle 
und Steuern ein, um dieses Ziel zu erreichen. Insbesondere dann, wenn sie 
erhebliche Handelsdefizite aufweisen. "Es ist möglich, dass der sich verstär-
kende Protektionismus Vergeltungsmaßnahmen der Handelspartner hervorruft, die 
dann mit ähnlichen Maßnahmen reagieren", sagt Andrew Keirle, Portfoliomanager 
und Mitglied des globalen Fixed Income Investmentteams bei T. Rowe Price. Und 
genau darin lauert seiner Meinung nach die Gefahr für die globale Wirtschaft. 
"Die Risiken sind deutlich gestiegen", fügt er hinzu. Konkret bezieht er sich 
auf die Politik der USA, die jüngst Strafzölle auf Waschmaschinen- und 
Solarmodul- sowie auf Stahl- und Aluminium-Importe verhängten. Ähnliche 
Maßnahmen hatten die Vereinigten Staaten unter Präsident George W. Bush 
schon einmal verordnet. "Damals gab es in den USA eine Rezession. Das kann 
man mit der heutigen Lage kaum vergleichen. Aktuell unterstützen ein robustes 
Wachstum und eine geringe Arbeitslosigkeit die US-Wirtschaft", konstatiert 
Keirle.

 
Eine solche Strafzollpolitik hat nach Auffassung des Global-Investment-Teams 
von T. Rowe Price das Potenzial, die Volatilität an den Devisenmärkten merklich 
zu erhöhen. Bislang sei die Reaktion der Währungen in den Emerging Markets 
und in den Industrieländern sehr länderspezifisch ausgefallen. So hätten der 
japanische Yen und andere sogenannte Sichere-Hafen-Währungen Stärke gezeigt. 
Der Euro hingegen könnte jedoch künftig stärker in Bewegung geraten. Die USA 
hätten es mit ihrer Strafzoll-Politik gerade auf Regionen mit hohen Handels-
überschüssen abgesehen. Dies gelte insbesondere für Deutschland.


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Falls die Handelsspannungen eskalieren, dürfte vor allem der asiatische Devisenmarkt ins Wanken geraten. "Einige asiatische Volkswirtschaften, etwa Südkorea, neigen dazu, gegenüber dem globalen Handel sehr empfindlich zu sein. Dies wirkt sich entsprechend auf die Währungen aus", erläutert der Portfolio- manager. Andere, höher verzinsliche Währungen wie beispielsweise die indonesische Rupiah, hätten das Potenzial, Turbulenzen gut zu meistern. Trotzt fundamental guter Voraussetzungen sei die Rupiah zuletzt auf das schwächste Niveau seit zwei Jahren gefallen. "Dies bietet gute Einstiegschancen", so Andrew Keirle. Dies gelte jedoch nicht für die indische Rupie, mit der in risikoarmen Phasen eine Zeit lang Carry Trades möglich waren. Doch angesichts der in den USA geplanten Zinserhöhungen könnte das Performancepotenzial der Rupie jetzt begrenzt sein. "Im Moment ist es schwierig vorauszusagen, wie es an den Devisenmärkten weitergeht. Allerdings bieten Währungs-Optionen einen Ausweg. Mit ihnen kann man sich gegen eine mögliche Eskalation an den Devisenmärkten absichern", erklärt der Experte. So hätten Call-Optionen auf den japanischen Yen, die aus dem Geld liegen, derzeit durchaus ihren Reiz. Denkbar sei folgendes Szenario: Strafzölle treiben die Inflation durch höhere Herstellungskosten an. Dies zwingt Unternehmen, die Preise zu erhöhen. Falls die Zentralbanken dies lediglich als vorübergehendes Phänomen betrachten, könnten die Zinskurven an den Anleihemärkten der entwickelten Länder künftig merklich steiler werden.

Quelle: Investmentfonds.de


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