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01.06.2018   
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Investmentfonds.de 01.06.2018:

Lazard AM: Spanien - Misstrauensantrag wird nicht zu politischer Krise führen



Köln, den 01.06.2018 (Investmentfonds.de) -

Julien-Pierre Nouen, Chef-Wirtschaftsstratege des Vermögensverwalters
Lazard Frères Gestion
Julien-Pierre Nouen, Chef-Wirtschaftsstratege des Vermögensverwalters
Lazard Frères Gestion, kommentiert die derzeitigen politischen Ereignisse
in Spanien:
"Die Situation in Spanien unterscheidet sich grundlegend von der in
Italien. Das makroökonomische Umfeld ist in Spanien viel besser: Das
Vertrauen in die Wirtschaft ist immer noch sehr hoch, es steht im Ein-
klang mit einem starken Wachstum von etwa 3,0 Prozent, und die Arbeits-
losenquote sinkt rapide. Deshalb wird unserer Meinung nach der Miss-
trauensantrag gegen den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy
nicht zu einer politischen Krise führen. Es wäre viel mehr nötig, um
die gute wirtschaftliche Dynamik Spaniens zu stören, zumal das Land
keine dringenden Probleme hat, die eine Regierung lösen müsste.
Wir glauben, dass die Veränderung des spanischen Länderrisikos stärker
von den Geschehnissen in Italien als von nationalen politischen Ereignissen
beeinflusst wird. Tatsächlich dürfte das spanische Haushaltsdefizit im Jahr
2018 2,5 Prozent erreichen, und zugleich verbessert sich das Verhältnis von
Staatsverschuldung und Bruttoinlandsprodukt. Sofern das spanische Wirt-
schaftswachstum auf dem derzeitigen Niveau bleibt, dürfte sich deshalb
auch das Risikoeinordnung spanischer Staatsanleihen verbessern."

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"Sollte es zu vorgezogenen Wahlen kommen, könnte, letzten Umfragen zufolge, die pro-europäische Partei Ciudadanos als Siegerin daraus hervorgehen. Das besorgniserregendste Szenario wäre eine von den Parteien PSOE und Podemos gebildete Koalitionsregierung. In diesem Fall käme es auf das jeweilige Gewicht der beiden Parteien an. Erhielte die PSOE die Oberhand, könnte sie die euroskeptischen Tendenzen von Podemos zügeln. Allerdings: Die drei wichtigsten politischen Parteien (Ciudadanos, PP, PSOE) sprechen sich alle für den Euro aus und respektieren den Stabilitäts- und Wachstumspakt. Anleihenmärkte Was den spanischen Anleihenmarkt beeinflusst, ist die Situation in Italien. Sollten die Sorgen über einen möglichen Ausstieg Italiens aus der Eurozone stark zunehmen, könnte es zur Ansteckung kommen und spanische Staatsanleihen könnten unter Druck geraten. In einem solchen Szenario könnte die Europäische Zentralbank (EZB) allerdings versucht sein, den schrittweisen Ausstieg aus den Anleihekäufen über September hinaus zu verzögern. Zudem gilt: Solange weiterhin ein klarer politischer Konsens darüber besteht, in der Währungs- union zu bleiben, könnten potenziell sich ausdehnende Spreads eine Kaufge- legenheit bieten. Aktienmärkte Solange die Situation in Italien nicht geklärt ist, dürften die Aktien- märkte volatil bleiben und wir könnten Phasen der Panik erleben. Das wirt- schaftliche Umfeld bleibt jedoch positiv, mit einem robusten globalen Wachstum, was wiederum das Gewinnwachstum je Aktie unterstützt. Das Problem ist, dass der Markt in Krisenzeiten nicht auf derlei gesunde Grundlagen achtet. Sobald aber die Angst nachlässt, sollte sich dies ändern. Devisenhandel Im Hinblick auf den Devisenhandel gilt: Sobald sich die Lage beruhigt, dürfte sich der Euro erholen und wieder zu einer stärkeren Entwicklung zurückkehren, zumal die EZB ihre Politik normalisiert. Es gilt zu bedenken: Die Aufwärtsbewegung des US-Dollars, die in den letzten Wochen zu beobachten war, hatte bereits begonnen, bevor der Markt sich Sorgen um Italien machte, da Anleger einen Anstieg der Zinssätze in den USA eingepreist haben."

Quelle: Investmentfonds.de


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