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Investmentfonds.de 01.06.2018:

Das ifo Institut kritisiert die US-Zölle



Köln, den 01.06.2018 (Investmentfonds.de) - 



Gabriel Felbermayr, ifo-Handelsexperte


Das ifo Institut hat die US-Zölle auf Stahl und Aluminium kritisiert. 
"Die Zölle verletzen die Grundsätze der Welthandelsorganisation (WTO)", 
sagt ifo-Handelsexperte Gabriel Felbermayr. "Dieser Handelskonflikt ist 
eine wirtschaftliche Torheit, auch wenn der volkswirtschaftliche Schaden 
zunächst begrenzt bleibt. Denn es ist zu befürchten, dass wir erst am 
Anfang einer Reihe weiterer US-Maßnahmen stehen.  US-Präsident Donald 
Trump scheint nicht zu sehen, dass die WTO auch amerikanische Interessen 
schützt, zum Beispiel im Dienstleistungshandel, wo die USA hohe Überschüsse 
aufweisen, oder beim Schutz geistigen Eigentums. Er scheint auch nicht zu 
sehen, dass die Daten seiner eigenen Behörden gegenüber Europa kein 
Leistungsbilanzdefizit, sondern einen Überschuss ausweisen. Er richtet 
sich also gegen die Falschen. Trump glaubt, ohne Verbündete auszukommen; 
nur wird er so den real existierenden Protektionismus Chinas nicht ein-
dämmen können. Dafür sind die USA mittlerweile zu klein; auf sie entfallen 
nur noch etwa 20 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung."


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Der US-Regierung Administration gehe es um drei Dinge, fügte Felbermayr an. "Erstens will Trump die WTO schwächen, weil sie seinen handelspolitischen Spielraum einschränkt. Zweitens will er das angeblich zu große Leistungs- bilanzdefizit abbauen. Drittens geht es darum, China wirtschaftlich zu schwächen. Die bisherige Politik zielt vor allem auf das erste Ziel. Will er aber das amerikanische Defizit korrigieren, ohne das eigentliche Problem der USA anzugreifen? den hohen Konsum und die niedrige Sparneigung ? muss er seine Zollpolitik deutlich ausweiten. Dann würden die wirtschaftlichen Folgen für die EU und Deutschland noch viel deutlich spürbarer." Felbermayr sagte weiter, Europa tue gut daran, die Einhaltung der WTO-Regeln mit Nachdruck einzufordern. "Sonst fällt es dem US-Präsidenten allzu leicht, auch andere Produkte ins Visier zu nehmen und es könnte weltweit Nachahmer geben. Europa muss sich auf einen neuen kalten Krieg im Handel mit den USA einstellen. Dazu ist interne Einigkeit und ein Schulterschluss mit den anderen WTO-Mitgliedern, die allesamt in einer ähnlichen Lage sind, notwendig." Gerade um den freien Handel zu verteidigen, müssten die EU und die anderen WTO-Mitglieder ihrerseits klar machen, wie sie bei weiteren Regelverletzungen reagieren würden. "Dabei müssen jene Wirtschaftszweige in den Mittelpunkt treten, in denen die Amerikaner im Ausland richtig Geld verdienen: die di- gitalen Dienstleistungen." Ab 1. Juni gelten amerikanische Einfuhrzölle von 25 und 10 Prozent auf 186 Stahl- und Aluminiumprodukte aus Europa. Ein Handelsvolumen von 7,2 Milliarden Dollar ist betroffen. Die EU erhebt im Gegenzug mit sofortiger Wirkung 25 Prozent Zoll auf 183 amerikanische Güter im Wert von fast 3,2 Milliarden Dollar; eine zweite, ähnlich umfangreiche Liste soll nach Verstreichen einer von der WTO vorgegebenen Frist in Kraft gesetzt werden.

Quelle: Investmentfonds.de


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