HSBC: Nichts zu sehen von der befürchteten Inflationsbeschleunigung
Christian Heger, Chief Investment Officer HSBC Global
Asset Management (Deutschland)
Im seltenen Gleichklang fielen sowohl die Aktien- als auch die
Rentenkurse. Das Prinzip „Risikominimierung durch breite Streuung“
erwies sich als Illusion. Wie ist in diesem Zusammenhang der von
Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank (Fed), im Juni vorgelegte
Fahrplan für den Ausstieg seines Landes aus der ultralockeren
Geldpolitik zu bewerten? „Bei einer Fortsetzung des konjunkturellen
Aufschwungs und dem Erreichen einer Arbeitslosenquote von sieben
Prozent werde die Fed ihr Ankaufvolumen kontinuierlich bis Mitte
2014 zurückführen. Was sich bei nüchterner Betrachtung vernünftig
anhört, hat in einer von Liquiditätsspritzen der Notenbanken ver-
wöhnten Welt beinahe eine Hysterie ausgelöst. Für Panik besteht
allerdings wenig Anlass“, so Christian Heger, Chief Investment
Officer bei HSBC Global Asset Management (Deutschland). „Die Fed
selber betont, an ihrer Nullzinspolitik bis 2015 festzuhalten, und
die Bank of Japan bleibt bei ihrem Ankaufprogramm. Auch von der
befürchteten Inflationsbeschleunigung ist nichts zu sehen. Der
Rückgang der Rohstoffpreise, die gedrückten Energiekosten und
die hohe Arbeitslosigkeit lassen derzeit nur Inflationsraten am
unteren Ende der Zielkorridore erwarten. Für eine anhaltende
Fortsetzung des Zinsanstiegs fehlen daher die Grundlagen. Dies
gilt insbesondere in der rezessionsgeplagten Eurozone“, sagt
HSBC-Experte Heger.
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