ifo Institut erhöht Konjunkturprognose
Prof. Dr. Timo Wollmershäuser
Der Aufschwung in Deutschland setzt sich fort. In diesem Jahr dürfte
das reale Bruttoinlandsprodukt um 2,0% und im kommenden Jahr um 2,2%
zulegen. Getragen wird der Aufschwung wie schon im vergangenen Jahr
von der Binnenkonjunktur. Die Investitionen in neue Ausrüstungen werden
beschleunigt expandieren, die hohe Auslastung der Produktionskapazitäten
macht Ersatzbeschaffungen und Erweiterungsinvestitionen erforderlich.
Auch die Bauinvestitionen werden weiter merklich steigen, hier wirken
das Misstrauen gegenüber Auslandsanlagen und das niedrige Zinsniveau
als Turbo. Der private Konsum dürfte im Tempo der steigenden Realein-
kommen zunehmen. Die Exporte legen beschleunigt zu, da sich die
Weltkonjunktur verbessert. Noch stärker aber werden die Importe
aufgrund der hohen binnenwirtschaftlichen Dynamik steigen.
Lage der Weltwirtschaft
Die weltwirtschaftliche Expansion hat seit dem Sommer 2013 etwas
an Dynamik gewonnen. Maßgeblich hierfür war die Entwicklung in den
fortgeschrittenen Volkswirtschaften. So gewann die Erholung in den
USA, in Großbritannien und Japan an Fahrt, während der Euroraum die
fast zwei Jahre anhaltende Rezession verließ. Die Schwellenländer
verzeichneten zwar weiterhin höhere Zuwachsraten als die fortge-
schrittenen Volkswirtschaften. Jedoch blieb hier die konjunkturelle
Dynamik im historischen Vergleich verhältnismäßig gering und schwächte
sich mancherorts seit dem Sommer 2013 sogar ab.
Die Geldpolitik in den großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften ist
weiterhin sehr expansiv ausgerichtet. In Japan und im Euroraum dürften
die Zentralbanken ihren hohen Expansionsgrad aufrechterhalten, während
in den USA und Großbritannien angesichts der anziehenden Konjunktur
allerdings bereits erste Leitzinsanhebungen im Prognosezeitraum zu
erwarten sind. In wichtigen Schwellenländern ist die Geldpolitik seit
dem Sommer 2013 restriktiver geworden. So reagierten mehrere Zentral-
banken mit Zinsanhebungen auf die starke Abwertung ihrer Währung, die
unter anderem durch die geldpolitische Wende in den USA ausgelöst
wurde.
Der Budgetüberschuss des Staates wird sich im Prognosezeitraum wohl weiter ausweiten, auch weil aufgrund der deutlich verbesserten konjunkturellen Lage und einer günstigen Entwicklung der Löhne und Gehälter mit deutlichen Steuer- und Beitragsmehreinnahmen gerechnet werden kann. Im Jahr 2014 wird mit einem Überschuss in Höhe von 0,5% in Relation zum Bruttoinlandsprodukt, und im Jahr 2015 mit etwa 0,7% gerechnet. Die staatliche Bruttoschuldenquote würde sich dann deutlich auf rund 70% zum Ende des Jahres 2015 verringern.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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