Franklin Tempelton: Investment Perspektiven
Senior Vice President/Portfoliomanager Franklin Equity Group
Köln, den 14.12.2011 (Investmentfonds.de) - Investition in internationale Aktien
INTERNATIONALE SMALL-CAPS UND DIE EURO-SCHULDENKRISE
Die erhöhte Nervosität der Anleger hinsichtlich der
europäischen Staatsschuldenkrise hat die Volatilität
an den weltweiten Finanzmärkten zweifelsohne
angefacht. Aufgrund unserer Bottom-up-Anlageperspektive
sind wir der Ansicht, dass Small-Cap-
Investoren als Folge der jüngsten Unsicherheit die
Gelegenheit haben, unterbewertete Unternehmen
zu finden. Insbesondere europäische Unternehmen
in Spanien, Italien und Irland verzeichnen seit
einiger Zeit rückläufige Aktienkurse. Daher notieren
einige Small- und Mid-Cap-Werte bei unseres
Erachtens attraktiven Bewertungen.
Allgemein wählen wir Unternehmen, die eine starke
Bilanz aufrechterhalten und einen nachhaltigen
Wettbewerbsvorteil besitzen, und wir kaufen sie,
wenn wir ihren Preis als attraktiv einstufen.
Geschäftsbanken haben wir in letzter Zeit gemieden,
dies zeigte beispielhaft unsere Reaktion auf eine
Branche, die unseren Anlagekriterien nicht gerecht
wird. Trotz derzeit scheinbar attraktiver niedriger
Bewertungen in der Branche könnten die Bilanzen
von Geschäftsbanken unserer Meinung nach schwach
sein, da sie in nicht quantifizierbarem Umfang bei
unsicheren Kreditnehmern wie Staaten, Unternehmen
und anderen Finanzinstituten engagiert sind. Dies
verstößt gegen unsere Präferenz für starke Bilanzen.
Daneben hat unsere Strategie wenige Gelegenheiten
in den Sektoren Material und Energie
aufgezeigt, denn wir sehen bei vielen dieser Firmen
nur geringen Wettbewerbsvorteil. Somit denken wir,
dass die Bewertungen in diesen Branchen mehr
Abwärtsrisiko als Aufwärtspotenzial beinhalten.
Der Gesundheitssektor stellt für uns ebenfalls
Herausforderungen dar. Generell stufen wir Pharmafirmen
als zu groß für ein Small-Cap-Portfolio ein.
Außerdem halten wir Biotechnologieunternehmen
meist nicht für attraktiv, denn man kann sie in der
Regel nur in zwei Gruppen unterteilen: Hat ein
Unternehmen mit einem Produkt Erfolg, schnellt
der Aktienkurs nach oben, laufen die Geschäfte
schlecht, kann es sein, dass die Aktie vom Markt
verschwindet. Allerdings interessieren wir uns für
bestimmte Medizingeräteunternehmen und warten
darauf, dass ihre Kurse auf ein attraktiveres Niveau
nachgeben.
Aus regionaler Sicht bevorzugen wir Unternehmen
in Großbritannien, vor allem in den drei Jahren seit
der Finanzkrise von 2008. Heute sehen wir jedoch
reizvollere Unternehmen in Ländern, von denen
sich Anleger weitgehend abgewandt haben, zum
Beispiel Irland, Spanien und Griechenland. Trotz
der unsicheren Zukunft dieser Länder denken wir,
dass die Märkte verschiedene attraktive Unternehmen
mit kräftigen Cashflows in diesen Regionen
zu Unrecht abgestraft haben.
Alles in allem können die Unternehmen, die sich
aus unserer Sicht für unsere Strategie eignen,
unserer Auffassung nach die mögliche chaotische
Auswirkung der Entwicklungen in Europa
überstehen. Im Falle einer Staatspleite eines
Landes dürften diese Unternehmen durch ihre
soliden Bilanzen und führenden Marktpositionen
Unterstützung erfahren. Dies könnte die Gefahr
eines dauerhaften Kapitalverlusts mindern und
ihnen längerfristig Erholungspotenzial zugestehen
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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