Schroders | Wie Investoren mit „permanenter“ Volatilität umgehen
Johanna Kyrklund, Chief Investment Officer der Schroders-Gruppe
Investmentfonds.de - Frankfurt am Main, 07.07.2026 - Laut der aktuellen Global Investor Insights Survey von Schroders rechnen 85 % der weltweit befragten Investoren mit einer erhöhten Volatilität in den kommenden 12 Monaten. Den Grund für die höhere Volatilität sehen die Befragten in langfristigen Faktoren, wobei die drei größten geopolitischen Risiken Konflikte im Nahen Osten (69 %), Unsicherheit in der US-Außenpolitik und globaler Führung (67 %) sowie Bedrohungen für die Energiesicherheit (60 %) genannt werden. Letzteres ist ein zentrales Anliegen: Auf die Frage, welche bevorstehenden Risiken wahrscheinlich Portfolios beeinflussen werden, wurde „Rohstoff- und Energiepreisschocks" mit 26 % am häufigsten genannt.
Investoren agieren defensiver, aber auch opportunistischer
Angesichts der Volatilitätserwartungen werden Anleger sowohl defensiver als auch opportunistischer. Auf die Frage, wie sie reagieren wollen, sagten Investoren, sie würden nach Kaufmöglichkeiten suchen (49 %), die geografische Diversifikation außerhalb der USA erhöhen (47 %) und auf defensive, bargeldähnliche Vermögenswerte umsteigen (40 %). Die drei Anlageklassen, die Investoren als den größten Portfoliovorteil sehen, sind globale Aktien (37 %), Small- oder Mid-Cap-Aktien (32 %) und reale Vermögenswerte wie Immobilien oder Infrastruktur (28 %).Die Portfolioziele haben sich ähnlich verändert. Die drei wichtigsten Ziele im aktuellen Umfeld sind Diversifikation (84 %), Absicherung gegen Kursverluste und Kapitalerhaltung (83 %) und erst dann Kapitalwachstum (61 %).
Aktives Management überzeugt
Aktiv verwaltete Investitionen sind prominent unter den von Investoren identifizierten Lösungen vertreten; fast ein Drittel (31 %) plant, Vermögenswerte von passiver auf aktive Verwaltung zu verlagern. Es herrscht eine weit verbreitete Überzeugung, dass aktive Ansätze auf den heutigen Märkten Vorteile bringen werden. 85 % der Befragten geben an, dass sie „teilweise oder sehr" zuversichtlich sind, dass das aktive Management ihnen helfen wird, ihre Ziele zu erreichen.Johanna Kyrklund, Group Chief Investment Officer bei Schroders, sagt: „Investoren gestalten Portfolios neu, um Diversifikation und Resilienz in den Mittelpunkt zu stellen, während sie gleichzeitig geopolitische Risiken berücksichtigen müssen. Es ist bemerkenswert, dass unter diesen Umständen eine überwältigende Mehrheit der Anleger das Vertrauen hat, dass aktive Manager diese Ziele in den nächsten 12 bis 18 Monaten erreichen können. Die Fähigkeit, selektiv zu sein, Risiken zu managen und dynamisch auf sich schnell verändernde Marktbedingungen zu reagieren, ist unser aktiver Vorteil, um uns in diesen unruhigeren Gewässern zurechtzufinden."
Begrenzung des Konzentrationsrisikos mit aktiver Allokation
Die Tatsache, dass die Märkte trotz verschiedener Risiken und erhöhter Volatilität auf oder nahe historischen Hochs liegen, könnte erklären, warum aktive Ansätze derzeit so attraktiv sind. Investoren verweisen sowohl auf die defensiven Eigenschaften des aktiven Managements als auch auf das Potenzial, durch Fehlbewertungen im Markt Gewinne zu erzielen.Die ausschlaggebenden Eigenschaften des aktiven Managements waren den Befragten zufolge:
- die Fähigkeit, Outperformance zu erzielen (61 %)
- der Umgang mit Unsicherheit (53 %)
- das Management der hohen Konzentrationsrisiken an den Aktienmärkten (48 %)
Letzteres ist seit mehreren Jahren ein Thema. Insbesondere, da der Wunsch nach KI-Exposition die Preise börsennotierter und Indizes dominierender Unternehmen in die Höhe treibt. Derzeit haben US-Aktien beispielsweise eine Gewichtung von über 70 % im MSCI World Index. Die zehn größten S&P500-Aktien machen fast 40 % des Index aus. Diese Konzentration ist in den letzten zehn Jahren stetig gestiegen und lag 2015–2016* unter 20 %.
Das KI-Paradoxon: Chance und Disruption
Künstliche Intelligenz bringt eine zusätzliche Ebene der Komplexität in die Makroperspektive. Investoren sind gegenüber KI ambivalent, aber sie ist zweifelsfrei auf ihrem Radar. So sehen die befragten Investoren KI-getriebene Disruption als zweitwichtigstes Risiko beim Ranking von drei Trends, die in den kommenden 12 Monaten Portfolios am wahrscheinlichsten beeinflussen werden. Rohstoff- und Energiepreisschocks lagen auf Platz eins.Investoren erwarten, dass KI im Großen und Ganzen positive Auswirkungen haben wird, auf die:
- Produktivität und Wirtschaftswachstum,
- Unternehmensrentabilität und die
- sektorübergreifende Kapitalallokation
Sie sind jedoch skeptisch gegenüber dem Potenzial von KI, Arbeitsmärkte zu disruptieren und Arbeitsplätze zu verdrängen. Interessanterweise gibt es gemischte Ansichten über die potenziellen Auswirkungen von KI auf die Inflation. 48 % der Befragten gehen davon aus, dass KI durch Produktivitätssteigerungen die Inflation begrenzt. Allerdings erwarten 32 % eine negative Inflationsdynamik, möglicherweise weil sie den enormen Bedarf von KI an zugehörigen Energien und anderen Investitionen als potenziell inflationsfördernd ansehen.
* Über den Global Investor Insights Survey: Die Datenerhebung der jährlichen Umfrage wurde von CoreData Research zwischen April und Mai 2026 durchgeführt. Die 1.025 Befragten, bestehend aus institutionellen Investoren und „Gatekeepern“ aus dem Wealth Management, repräsentieren ein breites Spektrum an Institutionen, darunter Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften, Single Family Offices, Stiftungen, öffentliche Institutionen sowie Vermögensverwalter. Die 1.025 Befragten verteilen sich wie folgt: 282 aus Nordamerika, 288 aus Europa (ohne UK), 135 aus dem Vereinigten Königreich, 245 aus der Region Asien-Pazifik, 45 aus Mittel- und Südamerika sowie 30 aus dem Nahen Osten und Südafrika. Von den Befragten stammen 43 aus Deutschland.
**Quelle: S&P, Schroders. Stand: 30. April 2026.
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Diese Mitteilung stellt keine Anlageberatung dar. Eine persönliche und unabhängige Beratung erhalten Anleger ausschließlich im Rahmen einer qualifizierten Finanzberatung.
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