S&P Capital IQ Aktienresearch: Top Ten „Power Picks“ für 2012
Robert Quinn, Chief European Equity Strategist
Robert Quinn, Chief European Equity Strategist: „Wir bleiben bearish, da wir
einen weiteren Rückschlag erwarten, bevor wir auf die Käuferseite wechseln.
Nichtsdestotrotz sind wir überzeugt, dass 2012 ein Übergangsjahr zwischen zwei
Zyklen werden wird. Die Aktienmärkte werden zu einem frühen Zeitpunkt im Jahr
2012 an Attraktivität gewinnen – vielleicht schon zum Ende des ersten Quartals.
Wann der nächste Wirtschaftszyklus auf einem soliden Fundament steht, hängt
natürlich stark von der Politik ab. Wir glauben, dass die Regierungen nur in
einer gemeinsamen Initiative den Motor wieder zum Laufen bringen. Das würde
wiederum die Schwellenländer stärker begünstigen als die Industriestaaten.
Daher erwarten wir, dass unsere ,EU BRICs’ sich überdurchschnittlich entwickeln.
Ein Engagement in zyklischen Qualitätsaktien sollte vom Schwellenländer-
Exposure abhängen. Dabei bevorzugen wir Unternehmen, die von der Konsum-
nachfrage bestimmt werden vor denen, die auf Nachfrage seitens der Industrie
angewiesen sind.“
Alessandra Coppola, Head of Equity Research EMEA
Alessandra Coppola, Head of Equity Research EMEA: „Auf Basis unserer Markter-
wartungen haben wir die von uns beobachteten 264 Unternehmen einer qualitativen
Analyse unterzogen. Die folgenden Unternehmen haben wir als unsere europäischen
Power Picks ausgewählt.“
BMW – Gut positionierter und konservativ gemanagter Premium-Automobilhersteller
mit guter Produkt-Dynamik, anhaltender Kostenfokussierung und solider Bilanz.
Hohes erwartetes Ertragswachstum, das von neuen Produkten, dem Alter der Modellreihe
im Marktvergleich und einer hohe Durchdringung des chinesischen Marktes (50 Prozent
des Vorsteuergewinns) getrieben wird.
Prudential – Das hohe Engagement in den schnell wachsenden asiatischen Märkten
bietet ein enormes Wachstumspotenzial. Dabei bleibt der britische Markt eine
verlässliche Quelle für die Cash-Generierung. Das Geschäft in Asien hat höhere
Margen ermöglicht. Prudential ist bereits führender Anbieter mit bedeutenden
Marktanteilen in stark wachsenden Gebieten mit niedriger Durchdringung,
einschließlich Indonesien, Indien, Malaysia und Vietnam.
Petrofac – Trotz der anhaltenden Unruhen in der MENA-Region ist Petrofac stabil
geblieben. Das Unternehmen will seinen 2010 erzielten Gewinn pro Aktie bis 2015
verdoppeln, indem es seine Geschäfte in den Schwellenländern ausbaut. Wir denken,
das Investitionsniveau in der globalen Öl- und Gasindustrie wird in den nächsten
fünf Jahren auf einem hohen Niveau bleiben.
Danone – Das Unternehmen behält seine Position als Produzent hochwertiger
Lebensmittel mit bedeutendem Anteil an schnell wachsenden Nahrungsmittelsegmenten.
Mehr als 50 Prozent der Umsätze stammen aus Schwellenländern. Über ein Drittel der
Umsätze erwirtschaftet die Gruppe in Nordeuropa und Nordamerika, was ihr „defensiv-
mit-Wachstum“ Investmentprofil unterstreicht.
LVMH – Das Angebot einer breiten Palette von Premiummarken in den schnell wachsenden
chinesischen und asiatischen Luxusgütermärkten sowie die Kostenstrukur mit einem
niedrigen operativen Leverage sorgen für Wachstumspotenzial. Das Unternehmen
widersetzt sich weiterhin dem Abschwung, erwirtschaftet ausreichend Kapital und
weist solide Bilanzen auf.
Telenor – Starke Position im Heimatmarkt Norwegen und Geschäftsaktivitäten in
wachstumsstarken asiatischen Märkten. Das Bestreben des Managements, die Gewinn-
margen fürs kommende Jahr zu erhöhen, und die gestiegene Aktionärsvergütung machen
Telenor zu einer sehr vorteilhaften Wachstumsaktie.
Coloplast – Attraktiv durch sein marktführendes Produktportfolio und die tiefe
Durchdringung eines stabil-nachgefragten Segments der Medizinprodukte. Coloplast
bietet eine deutliche Ausweitung der EBIT-Marge durch eine gut durchgeführte
Produktionsverlagerung, Optimierung und Kostenkontrolle. In den Emerging Markets
konnte Coloplast 2011 ein solides Wachstum von 11 Prozent beibehalten. Zudem
besteht weiterhin Entwicklungspotenzial in den USA durch neue Regeln in der
Kostenrückerstattung.
SCA – Mit einem weitgehend defensiven Umsatzprofil und positiver Kostenentwicklung hält SCA seine Position als das führende Unternehmen für Papier und Hygieneartikel. 60 Prozent der Umsätze kommen aus der Hygiene-Sparte. Die prognostizierten Margen sollten 2012 wieder zu ihrem Höhepunkt zurückkehren – dank höherer Preise, der Einführung neuer Produkte, geringerer Herstellungskosten und nicht zuletzt dank der zunehmenden Alterung der europäischen Bevölkerung. Compass – Als Weltmarktführer im Vertrags-Catering ist Compass gut positioniert, um vom zunehmenden Outsourcing im schwachen Marktumfeld zu profitieren. Das defensive Geschäftsmodell – wenig Vermögensanlagen, geringe Investitionen, hohe variable Kosten und hohe Cash-Generierung – bietet gute Gewinnaussichten für 2012. Vodafone – Die jüngsten Ergebnisse zeigen eine Verbesserung von Vodafones Wachstums- motoren, den Aktivitäten in den Schwellenländern, vor allem in Indien und Südafrika. Zudem deuten sie auf einen Turnaround im reifen europäischen Geschäft hin. Das Wachstum im Segment Datendienste beginnt, die Regulierung und den durch hohen Wettbewerb erzeugten Preisdruck in der Voice-Sparte auszugleichen. Wir erwarten, dass Vodafone seine angepassten EBIT-Vorgaben in diesem Jahr schlagen wird. Vor dem Hintergund einer Dividendenrendite von 8,2 Prozent, die gut durch den Cashflow abgedeckt ist, und einem anhaltenden Aktienrückkaufprogramm verfügt Vodafone über eine attraktive Bewertung.
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