Finanzmarktkolumne der Bank Sarasin: Globale Inflation ist keine Gefahr
Dr. Alessandro Bee, Ökonom bei der Bank Sarasin & Cie AG
Die beispielslose Liquiditätsflut der Zentralbanken wirft die Frage auf, ob
diese Maßnahmen in der mittleren Frist nicht zu einer gefährlichen Inflations-
spirale führen. Viele Gründe sprechen allerdings dafür, dass sich die globale
Wirtschaft in den nächsten Jahren eher in einem deflationären als in einem
inflationären Umfeld bewegen wird. Die Arbeitslosigkeit befindet sich in
vielen Ländern auf einem rekordhohen Niveau, was stagnierende oder gar
sinkende Löhne bedeutet. Die Immobilienmärkte in den USA und in einigen
Ländern Europas sind in einer Korrekturphase. Das setzt Mieten und Banken
unter Druck. Darüber hinaus müssen Privathaushalte und Regierungen Schulden
abbauen, was Wirtschaftswachstum und Inflation bremst. Zuletzt sind auch
die Banken gezwungen, ihre Bilanzsummen zu reduzieren. Das hat zur Folge,
dass die von den Zentralbanken zur Verfügung gestellte Liquidität nur
tröpfchenweise in den Wirtschaftskreislauf einfließt und sich damit kaum
inflationäres Potenzial entwickelt.
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