AXA IM Zitat der Woche: Zu einem möglichen Ausstiegs Griechenlands aus der Europäischen Union
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers
Das Zitat der Woche von AXA Investment Managers:
„Griechenland wurde nun wieder zur unmittelbarsten Sorge, sowohl für die Märkte
als auch für die Politiker“, so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment
Managers. „Die ergebnislosen Parlamentswahlen in Griechenland am 6. Mai haben
dazu geführt, dass eine Unterbrechung oder Aussetzung des griechischen Rettungs-
programms zu einem realistischeren Szenario wurde. Das Fehlen einer glaubwürdigen
Regierung beziehungsweise die Wahl einer Anti-EU-Regierung nach den Neuwahlen
könnten bedeuten, dass Athen nicht in der Lage ist, weiterhin die Finanz- und
Strukturreformen durchzustehen, und dass die Troika (EU, Internationaler
Währungsfonds (IWF) und Europäische Zentralbank (EZB)) die Zahlungen an
Griechenland aussetzen wird. Dies würde die unmittelbare Notwendigkeit nach
sich ziehen, das Haushaltsdefizit durch eine drastische Kürzung der Staatsausgaben
auszugleichen. Das bedeutet die mögliche Aussetzung der Zahlungen an Angestellte
des öffentlichen Dienstes, an Rentner und andere Sozialleistungs-Empfänger, sowie
an Lieferanten des öffentlichen Sektors. Die Aktivitäten in Griechenland würden
zusammenbrechen. Ob Griechenland allerdings in der EU bleibt oder nicht, hängt
davon ab was die EZB zu tun bereit ist. Sie könnte griechischen Banken weiterhin
Liquidität zur Verfügung stellen, was ein gewisses Funktionieren der Wirtschaft
weiterhin ermöglichen würde. Letztlich wäre dies jedoch eine politische
Entscheidung, und es könnte sein, dass die EU-Staats- und Regierungschefs nun
die Geduld mit Griechenland verloren haben und sich dazu entscheiden, die EZB
daran zu hindern, die Notfall-Liquidität zur Verfügung zu stellen. Daher ist die
Wahrscheinlichkeit eines Austritts Griechenlands jetzt höher als noch vor den
Wahlen. Die Folgen eines solchen Ereignisses sind schwer zu quantifizieren.
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