Finanzmarktkolumne der Bank Sarasin: China - Devisenstrom ist keine Einbahnstraße mehr
Ursina Kubli, Ökonomin bei der Bank Sarasin & Cie AG
In einer aktuellen Kolumne schreibt Ursina Kubli, Ökonomin bei der
Bank Sarasin & Cie AG:
Der Wechselkurs des Dollar-Renminbi-Währungspaars bewegt sich in eine
vollkommen ungewohnte Richtung. Seit Anfang Mai hat sich der chinesische
Renminbi gegenüber dem Greenback um rund 1,3 Prozent abgeschwächt. Ist
die People’s Bank of China (PboC) von ihrem bisherigen Aufwertungskurs
abgerückt? Eine schwächere Währung käme der chinesischen Konjunktur
derzeit höchst gelegen. Der Vorwurf, dass die chinesische Zentralbank
ihre Währung schwächt,um die Konjunktur zu stützen, ist derzeit jedoch
nicht berechtigt. Die chinesischen Devisenreserven sind im Mai um rund
90 Milliarden Dollar gesunken. Offenbar hat sich die PboC gegen eine
Abwertung gestemmt. Nicht die Währungspolitik der chinesischen
Zentralbank, sondern die Finanzmärkte haben die jüngste Abwertung der
chinesischen Valuta herbeigeführt.
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