Sarasin: Wohin mit den ganzen Schulden? Finanzielle Repression ist die Antwort
Jan Amrit Poser, Chefökonom der Bank Sarasin & Cie AG
Jan Amrit Poser schreibt in der aktuellen Finanzmarktkolumne der Bank Sarasin:
Das vergangene Jahrzehnt wurde von einem massiven Aufbau der gegenseitigen
Verschuldung in der Weltwirtschaft geprägt. Als die Immobilienpreise zu fallen
begannen und die Kreditblase platzte, blieben viele Banken auf ihren Hypothekar-
forderungen sitzen und mussten von Staaten gerettet werden, die häufig wiederum
von anderen Staaten und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) unterstützt
werden mussten. Private Schulden wurden durch staatliche Schulden ersetzt und
der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Doch wie wird die Welt diese Schulden
jemals wieder los?
Angesichts der enormen Aufgabe des Schuldenabbaus ist es verständlich, dass
Investoren von Horrorszenarien geplagt sind.
Austerität: Auch wenn die Sparpolitik für einen einzelnen Schuldner
durchaus Sinn macht, ist sie auf weltwirtschaftlichem Niveau durchgeführt
eine selbstzerstörerische Strategie. Wenn private Haushalte und der Staat
gleichzeitig sparen, bricht die Endnachfrage weg. In einer schrumpfenden
Wirtschaft wird der Schuldenstand aber weiter steigen.
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