Fidelity: Staatsanleihen in Zeiten niedriger Zinsen - was Anleger jetzt wissen sollten
Andreas Feiden, Leiter Privatkunden und Geschäftsführer der FIL Finance Services GmbH
Die Finanz- und Staatsschuldenkrise hat die Bedingungen für die Geldanlage
grundlegend verändert. Erträge ohne Risiken gibt es kaum mehr, Zinsen unter
dem Inflationsniveau sind dafür heute umso verbreiteter. Was Staatsanleihen
damit zu tun haben, erklärt Andreas Feiden vom unabhängigen Vermögensverwalter
Fidelity Worldwide Investment:
Worum geht es bei dem Wirbel um Staatsanleihen?
Staatsanleihen galten lange Zeit als sicherer, unerschütterlicher Hafen
für die Kapitalanlage, und das bei konstant guten Renditen. Die anhaltende
Krise hat diese Annahmen umgestoßen: Während das Wirtschaftswachstum sich
in Europa und Amerika immer mehr verlangsamt hat, sind die Staatsschulden
im Zuge von teuren Maßnahmen zur Stabilisierung unserer Volkswirtschaften
dramatisch angestiegen. Je tiefer verschuldet ein Staat ist, desto risiko-
reicher ist es, ihm Geld zu leihen. Die Folge: Er muss höhere Zinsen auf
seine Schuldverschreibungen zahlen, um diese überhaupt an die Investoren
bringen zu können. Das erleben Griechenland, Portugal, Spanien und Italien
gerade. Deutschland, dessen Finanzhaushalt als robust gilt, profitiert
dagegen von dem Sicherheitsbedürfnis der Investoren: Ihm leihen Anleger
ihr Geld im Vertrauen darauf, dass das Kapital zu hundert Prozent zurück-
gezahlt wird, kurzfristig sogar zu fast null Prozent Zinsen. Bei einer
Inflation von rund 2 Prozent zahlt man also quasi noch Parkgebühren.
Dieses Zins-Rekordtief ist gut für Vater Staat, aber ein echtes Dilemma
zum Beispiel für Lebensversicherer. Sie konnten einen Großteil des Geldes
ihrer Kunden in der Vergangenheit sicher und mit einem Gewinn abzüglich
der Inflation in Staatsanleihen anlegen und sind nun gezwungen,
Alternativen zu suchen. Genauso sind auch Privatanleger, die einen
Teil ihres Vermögens in Bundesanleihen investieren, betroffen.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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