ING-IM: Inflationstrauma
Ad van Tiggelen, Senior Investment Specialist,
Investment Content Management bei ING-IM
Nahezu 80 Prozent des Nettovermögens in der entwickelten Welt befindet sich
in den Händen der über Fünzigjährigen, also jener Generation, die sich bewusst
an die „wilden Siebziger“ erinnern kann. In jenem Jahrzehnt erreichte die
Inflation zweistellige Zahlen und nährte damit eine geradezu traumatische
Angst vor dem Verlust der Kaufkraft. In einer Welt, in der Quantitative
Easing (QE), also geldpolitische Lockerung, gängige Praxis ist und die Real-
zinsen auf Staatsanleihen ins Negative gerutscht sind, lebt dieses Trauma
wieder stärker auf als je zuvor. Ist das gerechtfertigt?
Negative Realverzinsung hat sich als probates Mittel gegen die Wirtschafts-
krise erwiesen, sie kurbelt das Wachstum an und macht Schulden erschwinglicher.
Andererseits unterminiert sie aber auch eines der wichtigsten Ziele der
Anlegerschaft: den echten Kapitalerhalt. Heutzutage bedeutet die Anlage in
vergleichsweise sichere, aber niedrigverzinsliche Fixed-Income-Titel einen
unausbleiblichen Kaufkraftverlust. Die unter Umständen mit schlaflosen
Nächten verbundene Investition in risikoreichere Anlageformen ist nicht
unbedingt eine Alternative. Eine echte Zwickmühle also, vor allem angesichts
der nach wie vor weit verbreiteten Inflationsangst.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.
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