Fidelity Jahresausblick 2013 - Emerging Markets: Asien / China
Polly Kwan
Polly Kwan, Fondsmanagerin des Fidelity Asia Pacific Dividend Fund:
"Ich halte es eher für unwahrscheinlich, dass sich das makroökonomische
Umfeld kurzfristig maßgeblich verändern wird. Daher halte ich einen Großteil
meines Portfolios weiter in Aktien, die stabile Dividenden oder ein solides
Dividendenwachstum bieten. Obwohl dividendenstarke Aktien aufgrund der hohen
Nachfrage nach sicheren Anlagen 2012 bereits gut gelaufen sind, ist dieser
Bereich in Asien noch immer angemessen bewertet. Derzeit schütten fast 90 Prozent
der in der Region Asien-Pazifik ex Japan notierten Unternehmen Dividenden aus.
Im asiatischen Raum steigen diese deutlich schneller als in den westlichen
Industrienationen. Auch der Rendite-Spread zwischen Dividenden und Anleihen
bleibt solide, da letztere in den volatilen Märkten auf historische Tiefs
abgestürzt sind. Asien eignet sich daher optimal für Dividendentitel. Die
Kombination aus Dividendenrendite und nachhaltigem Wachstum bietet eine
wetterfeste Gesamtertragsstrategie, die langfristig zu einer überdurchschnitt-
lichen Wertentwicklung führen dürfte."
Allan Liu
Allan Liu, Fondsmanager des Fidelity South East Asia Fund:
"Zwar wird das Wirtschaftswachstum in den asiatischen Staaten im historischen
Vergleich vermutlich nicht so hoch ausfallen. Dank der demografischen
Entwicklung und des Binnenwachstums dürfte die Region verglichen mit anderen
Teilen der Welt jedoch weiter attraktive Wachstumsraten aufweisen. Aufgrund
geringer Staatsdefizite und einer Inflation, die unter Kontrolle ist, sind die
meisten asiatischen Länder in der Lage, ihre Volkswirtschaften durch eine
antizyklische Fiskal-und Geldpolitik zu unterstützen. So sind die Unternehmens-
gewinne stabil geblieben. Auch die Aktienbewertungen sind weiter attraktiv.
Vor diesem Hintergrund werde ich auch 2013 auf Unternehmen mit einem guten
Cashflow in Branchen mit hohen Markteintrittsbarrieren setzen. Diese Firmen
werden ihre Kosten unter Kontrolle halten können und in der Lage sein, sich
in einem konjunkturell schwächeren Umfeld zu behaupten. Das sollte Anlegern
gute Renditen liefern."
Teera Chanpongsang
Teera Chanpongsang, Fondsmanager des Fidelity Emerging Asia Fund:
"In Malaysia gibt es eine Reihe qualitativ hochwertiger Unternehmen, doch sind
diese teilweise bereits recht hoch bewertet, besonders im Vergleich zu den anderen
aufstrebenden Ländern Asiens. Ich glaube daher, dass Unternehmen in China,
Indonesien und Thailand derzeit die besseren Chancen bieten. Interessante Per-
spektiven bieten auch die sogenannten Grenzmärkte wie Vietnam, wenn auch nicht
ohne Risiko. Diesen Märkten muss man sich mit großer Sorgfalt nähern, da sie
sehr volatil sind. In einigen dieser Länder bin ich indirekt investiert durch
Unternehmen wie Siam Cement, einem thailändischen Unternehmen, das in die
gesamte Region exportiert. Auch eine Reihe von ASEAN-Titeln ist interessant.
Die IT-Branche eröffnet ebenfalls gute Chancen, insbesondere in China. Tencent
und Baidu sind beispielsweise Unternehmen mit langfristig starken Marktpositionen,
die vom strukturellen Wachstum der Internetnutzung profitieren. Ein weiteres
Beispiel in China ist Great Wall Motor, der lokale Marktführer für Sport Utility
Vehicles (SUVs). Hier sehe ich eine attraktive Bewertung bei starken Wachstums-
chancen, da die Nachfrage aus der Mittelschicht weiter steigt. Auch Versicherungen,
Konsumgüterhersteller und ausgewählte Energiewerte bieten in China interessante
Investitionsperspektiven. Den Versorgungs- und Telekommunikationssektor gewichte
ich dagegen unter, große Konzerne wie China Mobile meide ich."
Aktien China
Anthony Bolton
Anthony Bolton, Fondsmanager des Fidelity China Special Situations Fund:
"China ist an einem sehr interessanten Punkt angelangt. Die wieder gelockerte
Geld- und Fiskalpolitik zeigt erste Früchte. Wir sehen nach einer Phase der
erheblichen Verlangsamung beim Wirtschaftswachstum nun wieder eine Stabilisierung.
Eine erhöhte Kreditvergabe könnte diese Entwicklung noch verstärken. Trotzdem ist
die Stimmung auf dem Aktienmarkt gedrückt, könnte aber jederzeit komplett drehen.
Ich wäre nicht überrascht, wenn chinesische A-Aktien, also Aktien, die in Renminbi
beispielsweise an den Börsen in Shanghai und Shenzen gehandelt werden, nach einem
drei Jahre andauernden Bärenmarkt 2013 wieder deutlich besser abschneiden."
Martha Wang
Martha Wang, Fondsmanagerin des Fidelity China Focus Fund:
"Die Märkte in China werden im Wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst:
von makropolitischen Aspekten und den Unternehmenserträgen. Grundsätzlich
gehe ich davon aus, dass wir weiter eine lockere Fiskalpolitik sehen werden,
die von Strukturreformen begleitet wird, um nachhaltiges Wachstum zu unter-
stützen. Der zweite Punkt ist die Entwicklung der Unternehmensgewinne:
Hier hat es in den letzten zwölf Monaten Gewinnrückgänge gegeben. Wir
könnten allerdings die Talsohle bald erreicht haben, da wichtige Indikatoren
wie der Cashflow einen Aufwärtstrend zeigen und die Investitions- und Be-
triebskosten sinken. Mittelfristig müssen sich die Unternehmen der Heraus-
forderung stellen, ihr Wachstumsmodell den sich ändernden Wachstumsbe-
dingungen der Gesamtwirtschaft anzupassen.
Raymond Ma
Raymond Ma, Fondsmanager des Fidelity China Consumer Fund:
"Dank der weiter gelockerten Geldpolitik hat die chinesische Wirtschaft
im dritten Quartal 2012 die Talsohle durchschritten. Auch die Vorzeichen
für eine weitere Erholung der chinesischen Konjunktur 2013 sind gut. So
dürfte das Exportwachstum wegen des sich scheinbar wieder stabilisierenden
US-Wirtschaftswachstums zunehmen. Ich denke, dass die jüngste Beschleunigung
des inländischen Kreditwachstums zu einer Erholung bei den Investitionen
führt, insbesondere im Bereich Infrastruktur. Die erhöhte Investitionsnach-
frage sollte dann auch dazu beitragen, die Industrieproduktion wieder zu
beleben.
Nach dem politischen Führungswechsel in China ist mit einer Vielzahl von
Reformen zu rechnen, die zu einer Neugestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbe-
dingungen im Land führen dürften. Insbesondere durch eine Deregulierung der
Finanz-, der Telekommunikations- und der Energiebranche könnte das Monopol der
Staatsbetriebe aufgebrochen und der Weg frei gemacht werden für mehr Wettbewerb.
Insgesamt erwarte ich, dass eine verbraucherfreundlichere Politik die Binnen-
nachfrage stärken wird, wovon vor allem Aktien aus dem Konsumsektor profitieren
werden."
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