Sarasin: Kurzes Zeitfenster für zyklische Währungen
URSINA KUBLI, Ökonomin bei der Bank Sarasin & Cie AG
Hoffnungsvolle Anzeichen mehren sich, dass die globale Konjunktur gut ins
neue Jahr startet. In den USA wird der US-Häusermarkt einen wichtigen
Wachstumsbeitrag leisten und den privaten Konsum unterstützen. In China
wird die Kreditausweitung zu einer Wirtschaftserholung führen. Dieses
positive Momentum wird auch Euroland aus der Rezession verhelfen. Mit
dem konjunkturellen Rückenwind sind die vereinbarten Sparziele von Spanien
und den bisherigen Finanzhilfeempfängern realisierbar, was das Vertrauen
in die europäische Währungsunion stärkt.
Dieser Optimismus dürfte einen Anstieg des Euro-Dollar-Wechselkurses
auslösen. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird die Untergrenze
von CHF 1.20 nicht verteidigen müssen. Der Euro kann ohne ihr Zutun leicht
über die Untergrenze steigen, da sichere Häfen vorerst ihren Reiz verlieren.
Hingegen sollten die zyklischen Währungen – australischer Dollar,
schwedische Krone und britisches Pfund – zulegen.
Die jüngste Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass in einem Umfeld des Schuldenabbaus die konjunkturellen Zyklen immer kürzer und die Landungen härter werden. Die sich abzeichnende Erholung der Weltkonjunktur droht bereits in der ersten Jahreshälfte wieder wegzubrechen. Anleger müssen sich rechtzeitig auf die Konjunkturwende vorbereiten. Die zyklischen Währungen sollten abgestoßen werden, sobald die wirtschaftlichen Frühindi- katoren ihren Zenit erreichen. Mit dem konjunkturellen Gegenwind wird es für die europäischen Defizitländer eine große Herausforderung den geplanten Konsolidierungskurs einzuhalten, zumal der negative Wachstums- effekt ihrer Sparmaßnahmen nach wie vor unterschätzt wird. Macht sich diese Ernüchterung an den Finanzmärkten breit, wird der Dollar gegenüber dem Euro aufwerten. Auch die SNB muss mit einem erneuten Ansturm auf den Franken rechnen. Der Euro-Franken-Wechselkurs wird wieder auf die Untergrenze von CHF 1.20 sinken. Der japanische Yen wird am meisten von der hohen Nachfrage nach sicheren Häfen in der zweiten Jahreshälfte profitieren.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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