Henderson: Ist Europa tatsächlich auf dem Weg der Besserung?
Tim Stevenson, Director of European Equities bei Henderson Global Investors
Ist Europa tatsächlich auf dem Weg der Besserung? Tim Stevenson, Director
of European Equities bei Henderson Global Investors ist der Meinung, dass
es trotz Verbesserung an den Finanzmärkten kein Anlass zur Euphorie gibt.
Weiterhin erwartet Tim Stevenson eine Umschichtung von Anleihen in Aktien:
In den letzten Monaten hat sich ein erstaunlicher Stimmungswandel gegenüber
Aktien aus Europa vollzogen. Diese haben inzwischen gewaltig Boden gegenüber
dem US-amerikanischen Markt und auch gegenüber Anleihen gutgemacht. Sicher
werden sich viele nun fragen, ob dieser Trend anhält. Im Folgenden werde ich
daher versuchen, die Frage aus Sicht eines Europa-Fondsmanagers zu beantworten.
Dabei werde ich mich weitgehend auf Europa beschränken – mit einer Ausnahme,
die das renommierte britische Wirtschaftsmagazin „The Economist“ unlängst
mit folgender Überschrift auf den Punkt brachte: „USA turning European“. Was
so viel heißt, dass Amerika inzwischen mit den gleichen Schuldenproblemen zu
kämpfen hat, mit denen sich die Europäer bereits seit fünf Jahren herumschlagen.
Und dass die Verschiebung der Debatte um die fiskalische Klippe bzw. die
Schuldenobergrenze um zwei Monate nichts anderes bedeutet, als dass dieses
Thema schon bald wieder die Schlagzeilen beherrschen wird.
Kein Anlass zur Euphorie trotz Verbesserung an den Finanzmärkten
Unterdessen aber gibt es klare Anzeichen dafür, dass sich die Lage in der
europäischen Wirtschaft zumindest nicht weiter verschlechtert und 2013
vielleicht sogar ein erster dünner Silberstreif am Horizont sichtbar werden
könnte. In seiner jüngsten Pressekonferenz hat EZB-Chef Mario Draghi auf
eine Reihe positiver Entwicklungen hingewiesen und betont, dass „die Anleihe-
renditen und die Kosten für Kreditausfallversicherungen (CDS) deutlich
gesunken, die Kurse an den Aktienmärkten gestiegen und die Schwankungen
so niedrig sind wie noch nie“. Auch auf einige weniger beachtete Ver-
besserungen ging er explizit ein: „Der Euroraum verzeichnet wieder starke
Kapitalzuflüsse. Die Einlagen der Banken an der Peripherie steigen wieder,
ebenso die TARGET2-Salden. Zudem schrumpft die Bilanz der Europäischen
Zentralbank weiter, die vielen als Risikoquelle gilt. Alles in allem gibt
es Anzeichen dafür, dass die Fragmentierung schrittweise behoben wird.“
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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