Global View der Bank Sarasin: Die Luft wird dünner
Dr. Jan Amrit Poser, Leiter Research und Chefökonom der Bank Sarasin:
"Dieses Jahr wird erneut mit einer Wachstumsdelle im zweiten Halbjahr aufwarten.
Zu gross sind die den Konsum dämpfenden Effekte, die wir angesichts der notwendigen
fiskalischen Konsolidierung erwarten müssen."
Philipp E. Bärtschi, Chefstratege der Bank Sarasin:
"Insgesamt erwarten wir, dass die wichtigsten Aktienindizes Ende Jahr tiefer
als zu Jahresbeginn notieren werden. Wir sind aber überzeugt, dass es möglich
ist, im zweiten Quartal mit der richtigen Aktienauswahl eine positive Rendite
zu erzielen."
Trendwende am Anleihenmarkt
Zahlreiche positive Faktoren führten im Verlaufe des ersten Quartals zu
einem Anstieg der US-Renditen. In der zweiten Jahreshälfte werden die
US-Konsumenten jedoch die beschlossenen Fiskalmassnahmen zu spüren bekommen.
Das zweite Quartal ist entsprechend ein Übergangsquartal: Zu Beginn werden
noch steigende Renditen erwartet, gegen Ende dürfte eine Trendwende am
Anleihenmarkt erfolgt sein. Euroland wird sich in der zweiten Jahreshälfte
der Abschwächung der US-Wirtschaft nicht entziehen können. Damit wird auch
ein Rückgang der deutschen Renditen gegen das Jahresende einhergehen. Mit
einer Verschlechterung des konjunkturellen Umfeldes dürften sich auch die
Schweizer Zinsen wieder nach unten orientieren. Die Attraktivität der
Schwellenländer hingegen bleibt – trotz der Ernüchterung im ersten Quartal
– ungebrochen.
Defensive Währungen stehen in den Startblöcken
Im Rahmen des Sarasin Konjunkturszenarios ist zu erwarten, dass die
ökonomischen Vorlaufindikatoren in den kommenden Monaten ihren Zenit
erreichen werden. Defensive Währungen werden wieder gefragt sein. Der
Schweizer Franken wird in Richtung Untergrenze steigen. Im Notfall
ist die Nationalbank zu erneuten Devisenkäufen gezwungen. Auch der
japanische Yen wird auf den Prüfstand gestellt. Er dürfte sich auf-
werten, sobald der Risikoappetit an den Finanzmärkten nachlässt.
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