AXA IM: Deflation - drohen Europa japanische Verhältnisse?
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers
Das wöchentliche Zitat von AXA Investment Managers, in dieser Woche
zu der Frage, ob Europa eine ähnliche Deflation erleben könnte wie
Japan:
„Die Anleiherenditen der europäischen Kernländer sind im vergangenen
Jahr auf unter 2 Prozent gefallen und die Inflationsrate ist rückläufig.
Das Wachstum ist schwach, die Haushaltspolitik restriktiv und die Geld-
politik zu straff. Zugleich ist die Währung zu stark und die Wirtschaft
durch starre Strukturen gekennzeichnet. Deflation ist eine reale Gefahr
für Europa. Könnte Europa eine vergleichbar milde Deflation erleben wie
Japan?“, diese Frage stellt Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA
Investment Managers.
„Die Situation in Europa unterscheidet sich insofern von der japanischen,
als dass der europäische Anleihenmarkt stark fragmentiert ist. Innerhalb
dieses Währungsraums gibt es nur wenige Länder, die dem japanischen
Modell mit hohem inländischen Sparvermögen und starkem sozialen Zusammen-
halt nahekommen. Das gilt möglicherweise nur für Deutschland und vielleicht
Italien. Für Länder wie Spanien, die von Außenfinanzierung abhängen, ist
Deflation keine wirkliche Alternative. Ein Merkmal der Eurokrise ist die
Rückführung von Investments aus anderen Ländern der Eurozone. Das ist eine
Gefahr für jene Schuldnerländer, deren Mittel nicht reichen, um ihre
eigenen Haushaltsdefizite zu finanzieren. Daher waren die schwächsten
Kandidaten auf dem Höhepunkt der Krise auf ausländische Rettungspakete
angewiesen. Die übrigen Wackelkandidaten halten sich seitdem mithilfe
einer Kombination aus strikter Ausgabenkontrolle und der Aussicht auf
weitere Rettungsaktionen bzw. einen geldpolitischen Kurswechsel der
EZB gerade mal über Wasser.
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