Sarasin: Mario Draghi muss die Geldpolitik erneut lockern
Dr. ALESSANDRO BEE, Ökonom bei der Bank Sarasin & Cie AG
Diesen Donnerstag trifft sich der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB)
zu seiner nächsten Sitzung. Man sollte meinen, dass EZB-Präsident Mario
Draghi in aufgeräumter Stimmung durch die anschließende Pressekonferenz
führen wird. Schließlich notieren die Renditen von europäischen Peripherie-
staaten auf neuen Tiefstständen. Was seine Stimmung allerdings erheblich
trüben wird, ist die gegenwärtige Euro-Konjunktur. Der Rückgang des
Euroland Einkaufsmanagerindex im April dämpft die Hoffnung, dass sich
die Währungsunion aus der Rezession lösen könnte, beträchtlich. Mit der
Senkung der Peripherierenditen und einem großzügigen Liquiditätsangebot
wollte die Zentralbank die Kreditvergabe nachhaltig steigern und die
Konjunktur unterstützen. Die von der EZB kürzlich publizierte Umfrage
zu den Kreditkonditionen zeigt jedoch, dass die erhoffte, deutliche
Verbesserung nicht eingetreten ist.
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