ING-IM Kolumne: Wind of Change
Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Strategy bei ING IM in Den Haag
In einer aktuellen Kolumne analysiert Valentijn van Nieuwenhuijzen
die Perspektiven an den internationalen Märkten:
So manch einer fragt sich, was die jüngste Erholung risikoreicher
Werte ausgelöst hat. Während die Konjunktur weiterhin stagniert,
notieren Aktien, Unternehmensanleihen und selbst Rohstoffwerte fester.
Der S&P 500 kletterte auf ein neues Allzeithoch.
Die häufigste Erklärung für den beobachteten Wandel im Marktver-
halten ist, dass die Wirtschaftsdaten einerseits nicht schwach
genug sind, um sich über die Verfassung der Weltkonjunktur echte
Sorgen zu machen, aber andererseits schwach genug, um Raum für
weitere geldpolitische Lockerung zu bieten. Nach dem Kurswechsel
der BoJ setzt nun auch die EZB auf stärkere konjunkturelle Impulse.
Auch Fed und die neue Führung der Bank of England würden mit aller
Entschlossenheit handeln, falls ihre Volkswirtschaften sich
deutlich schlechter entwickelten. Im Ergebnis führt das zu einer
hohen Liquiditätsversorgung der globalen Märkte.
Insofern sollte man annehmen, dass die jüngste Rally bei Aktien
und Staatsanleihen liquiditätsgetrieben war. Gleichzeitig weicht
das Marktverhalten in letzter Zeit deutlich vom Muster früherer
Perioden in diesem Jahr ab, als kapitalkräftige Investoren auf
der Suche nach Einkünften und stabilen Wachstumswerten dank üppiger
Liquidität eine Kurs-Rally auslösten. Diese Faktoren erklären weit-
gehend, warum Rohstoffe so stark hinter dem Markt zurückgeblieben
sind und warum zuverlässige defensive Dividendentitel im ersten
Quartal des Jahres besser als zyklische Aktien abgeschnitten haben.
Die jüngste Erholung bei Rohstoffen und die Zyklizität der Aktienmarkt-
Rally (also das überdurchschnittliche Abschneiden von IT und Grundstoffen)
legen einen Wandel bei den Antriebskräften des Marktes nahe. Das deutet
darauf hin, dass die jüngste Entwicklung nicht allein von höheren Er-
wartungen in puncto geldpolitischer Lockerung getrieben wird. Insofern
war durchaus bemerkenswert, dass der Euro im Laufe der Woche gegenüber
dem Dollar zulegte, denn normalerweise würde die Aussicht auf eine
Zinssenkung durch die EZB den Druck auf die Währung erhöhen.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.