Marktkommentar Hansainvest: Euro-Schwäche zahlt sich für Fremdwährungsanleihen aus
Christian Bender, Fondsmanager des globalen Rentenfonds Hansainternational
„Im Verlauf des Jahres 2013 rechnen wir mit positiven Fremdwährungsent-
wicklungen unter anderem in Polen, der Türkei und Brasilien“, sagt
Christian Bender, Fondsmanager des Hansainternational. „Polen zeichnet
sich beispielsweise durch einen stetig wachsenden Konsum aus, und die
Türkei ist vor allem aufgrund ihrer geographischen Lage interessant. Auf
der Grenze zwischen Europa und Asien gelegen ist das Land ein wichtiger
Mittler zwischen der europäischen und der orientalischen Welt – das nimmt
positiven Einfluss auf den Handel.“ Sollte sich das Verhältnis zu den
Kurden perspektivisch weiter entspannen, könne sich das Land zu einer
bedeutenden Wirtschaftsmacht entwickeln. „Der Brasilianische Real hingegen
sollte von den anstehenden Infrastrukturprojekten im Land profitieren
können. Die internationalen Sporthöhepunkte wie die Fußball-WM 2014
und die Olympiade 2016 geben zusätzliche Impulse für die Wirtschaft“,
so Bender.
Unsicherheit in der Eurozone nutzt Fremdwährungen
Dass diese Länder und ihre Währungen sich derzeit im Aufwind befinden,
hängt nicht zuletzt mit den Entwicklungen in der Eurozone zusammen. Bis
zum Sommer letzten Jahres herrschte in Europa Unsicherheit über den
Fortbestand der Gemeinschaftswährung – die finanzielle Lage in den
Peripheriestaaten schien derart prekär, dass eine Rettung des Euro in
den Augen vieler Skeptiker unmöglich zu werden drohte. Die Folge: „Eine
ganze Reihe ausländischer Währungen werteten gegenüber dem Euro deutlich
auf“, erläutert Bender. Im Sommer kam dann der Wendepunkt für die euro-
pessimistische Großwetterlage. Am 26. Juli verkündete der Chef der
Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi, dass die EZB alles Not-
wendige tun werde, um den Euro zu erhalten. Der massive Ankauf von
Staatsanleihen zur Sanierung der europäischen Finanzen ließ den Wert
des Euro wieder steigen, und hielt das Zinsniveau bezogen auf Bundes-
anleihen niedrig.
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