Aberdeen: Kommentar zur EZB-Entscheidung
Luke Bartholomew, Fondsmanager bei Aberdeen Asset Management
Luke Bartholomew, Fondsmanager bei Aberdeen Asset Management,
kommentiert die Entscheidung der EZB zum Ankauf von Staatsanleihen:
„Die Märkte werden darüber jubeln, dass die EZB Staatsanleihen
in diesem Umfang aufkaufen wird, was die Erwartungen weit übertrifft
und einen Hinweis darauf beinhaltet, dass das Ende hierfür offen sein
könnte. Der Euro hat abgewertet und das Quantitative Easing sollte
die Preise der Assets weiter beflügeln. Aber die Entscheidung, dass
die EZB nur 20 Prozent der Schulden auf die eigene Bilanz nehmen
wird, ist merkwürdig. Diejenigen, die gegen die quantitative Lockerung
waren, waren dies zum Teil, weil sie nicht die gesamten Risiken in
den Büchern der EZB haben wollten. Sie scheinen ein Zugeständnis
bekommen zu haben, um ein Quantitative Easing in dieser Größenordnung
durchzusetzen. Wir alle wissen, dass eine umfassende Fiskalunion für
die langfristige Zukunft des Euro entscheidend ist. Daher ist die
Tatsache, dass Draghi keine Unterstützung für die volle Übernahme
der Last gewinnen konnte, auf lange Sicht kein ermutigendes Zeichen.
Wir sollten uns von der Größe nicht mitreißen lassen. Sie mag am
Rande die Inflationserwartungen anschieben, aber voraussichtlich nur
einen geringen Effekt auf die Realwirtschaft in Europa haben. Ein
schwächerer Euro sollte den Exporten ein wenig helfen, aber er wird
die Europäischen Volkswirtschaften nicht plötzlich wettbewerbsfähiger
machen. Dies erfordert dringend Strukturreformen, welche die politi-
schen Entscheider in Europa nicht bereit zu sein scheinen durchzusetzen.
Wenn die erste Volatilität vorbei ist, dürften wir uns fragen, worauf
wir die ganze Zeit gewartet haben.“
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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