Fidelity: EZB-Anleiheaufkäufe sind ein zweischneidiges Schwert
David Simner, Europäischer Anleihefondsmanager bei Fidelity
Worldwide Investment:
"Mario Draghi hat sich für die Bazooka entschieden und die Märkte
damit positiv überrascht. Der Umfang der Anleiheaufkäufe ist größer
und langfristiger, das Instrumentarium umfangreicher als erwartet.
Diese Entscheidung wird die Zinsen in Europa weiter unter Druck
halten. Die Angebotsdynamik und die günstigen finanziellen Rahmen-
bedingungen schaffen so ein günstiges Umfeld für die Anleihemärkte,
inklusive Unternehmens- und Hochzinsanleihen."
Alberto Chiandetti, Europäischer Aktienfondsmanager bei
Fidelity Worldwide Investment:
"Obwohl der Markt die heutige Ankündigung der Europäischen Zentralbank
EZB bereits eingepreist hat, sollten die Anleiheaufkäufe langfristig eine
positive Wirkung haben. Sie dürften die Kreditvergabe stimulieren und
damit das Wirtschaftswachstum unterstützen."
Paras Anand, Leiter des europäischen Aktienteams bei
Fidelity Worldwide Investment:
"Der Plan der EZB, Anleihen aufzukaufen, wurde schon lange im Vorfeld
diskutiert. Deshalb dürfte seine Wirkung auf die Finanzmärkte und die
Realwirtschaft nun, wo er in die Praxis umgesetzt wird, weniger stark
ausfallen, denn bereits die Ankündigung hatte die Kreditmärkte beruhigt.
Das dem Finanzsektor Zeit verschafft, Risiken in den Bilanzen und in
den Geschäftsmodellen genauso zu reduzieren wie die gegenseitige
Abhängigkeit des Systems. Positiv für Anleger in Europa ist, dass
die hiesigen Aktienkurse trotz dieses großen makroökonomischen
Stimuluspakets zurzeit eher durch unternehmensspezifische Faktoren
beeinflusst werden.
Die Entwicklungen in der Eurozone in den vergangenen zehn Jahren
bergen ein klares deflationäres Element, da sich Lohnkosten, Immobilien-
und Warenpreise der niedrigeren Nachfrage anpassen. Aber Kommentatoren
waren zu voreilig darin, den Rückgang der Inflation als strukturell zu
bewerten und nicht als zyklisch. Die Geschichte zeigt jedoch, dass euro-
päische Unternehmen aus jedem Abschwung fundamental verstärkt hervorge-
gangen sind. Genau das unterscheidet die aktuelle Entwicklung in Europa
von der Situation in Japan der vergangenen Jahre.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.