Henderson: Der schwächere Euro verheißt ertragsorientierten Anlegern ein sehr gutes Jahr
Alex Crooke, Head of Global Equity Income bei Henderson Global Investors
Im 1. Quartal sanken die weltweiten Dividendenzahlungen um 6,3% auf
USD 218,0 Milliarden (im Vorjahresvergleich, auf Dollarbasis). Damit
wurde im zweiten Quartal in Folge ein Rückgang registriert, der zu-
gleich der schärfste seit dem 1. Quartal 2010 war. Das geht aus dem
aktuellen Global Dividend Index von Henderson hervor. Hinter den
enttäuschenden ausgewiesenen Zahlen verbirgt sich jedoch ein er-
freulicheres zugrunde liegendes Wachstum. Berücksichtigt man Sonder-
dividenden, Währungsbewegungen und andere Faktoren, ergibt sich
nämlich ein Anstieg um 10,9%. Für in Euro rechnende Anleger fiel
das zugrunde liegende Wachstum infolge der Euro-Abwertung wesentlich
höher aus. Der starke Rückgang der Dividendenzahlungen im 1. Quartal
ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Vodafone nicht wieder
eine Sonderdividende von USD 26 Milliarden wie im Vorjahr ausschüttete.
Doch auch der scharfe Anstieg des US-Dollars zeigte eine deutliche
Wirkung. Der Wert der in verschiedenen Währungen gezahlten Dividenden
wird wegen des gestiegenen Dollars zu einem niedrigeren Wechselkurs
in die US-Währung umgerechnet. Im Berichtszeitraum bedeutete dies für
Anleger, die in Dollar rechnen, eine Einbuße von USD 15,9 Milliarden.
In einzelnen Staaten, Regionen und Ländergruppen, wie Japan, Europa
und den Schwellenländern, kommt der Effekt besonders zum Tragen. Das
ausgewiesene globale Dividendenwachstum im 1. Quartal verringerte sich
dadurch um 7 Prozentpunkte – einen so starken Wechselkurseffekt hat es
seit dem 2. Quartal 2011 nicht mehr gegeben.
Nachdem der US-Dollar seinen Höhenflug im 2. Quartal fortgesetzt hat,
wodurch der Beitrag der etwas besser als erwarteten Entwicklung der
zugrunde liegenden Dividenden in einigen Regionen zunichte gemacht
wird, haben wir unsere Prognose für das unbereinigte Wachstum in diesem
Jahr von +0,8% auf - 3,0% gesenkt. Henderson rechnet nun für 2015 mit
Ausschüttungen in Höhe von USD 1,134 Billionen. Das sind USD 42 Milliarden
weniger als laut der Vorhersage vom Januar. Das zugrunde liegende Wachstum
dürfte mit 7,5% etwas über unserer bisherigen Prognose von 6,9% liegen.
Alex Crooke, Head of Global Equity Income bei Henderson Global Investors, sagt:
„Der Effekt des starken Dollars wird im 2. Quartal, wenn in Kontinental-
europa und Japan ein Großteil der jährlichen Ausschüttungen fließt, sicher
noch stärker zu spüren sein. Er könnte, sollten die Wechselkurse so bleiben
wie aktuell, die erhebliche Größenordnung von USD 40 Milliarden haben.
Währungsbewegungen können in einem gegebenen Zeitraum sehr große Aus-
wirkungen auf die Dividendenzahlungen haben. Im Laufe der Zeit heben
sie sich jedoch fast vollständig gegenseitig auf, wie aus Untersuchungen
von Henderson hervorgeht. Längerfristig denkende Anleger können sie somit
weitgehend ignorieren.
Trotz unserer niedrigeren Vorhersage gibt es viele Gründe, optimistisch
zu sein. Japan, der zweitgrößte Aktienmarkt der Welt, erlebt gerade einen
Kulturwandel in dem Sinne, dass die Unternehmen höhere Dividenden an ihre
Aktionäre ausschütten. In einem traditionell für niedrige Zahlungen
bekannten Teil der Welt erschließen sich damit für Anleger erhebliche
Liquiditätsreserven. In Kontinentaleuropa ist das Dividendenwachstum
zwar bescheiden, es entwickelt sich jedoch etwas besser als von uns
erwartet. Unterdessen kennen die Dividenden in den USA nur eine Richtung,
nach oben, und wahrscheinlich werden wir auch in diesem Jahr neue Rekorde
erleben.
Da Zinsen und Anleiherenditen auf einem im langfristigen Vergleich
relativ niedrigen Niveau verharren dürften, hat die dividendenorientierte
Aktienanlage einen wichtigen Platz, wenn es darum geht, den Bedarf von
Anlegern an laufenden Erträgen zu decken. Über einen längeren Zeitraum
sind dabei die Risiken für das Dividendenwachstum deutlich geringer,
wenn man über die Grenzen des eigenen Heimatmarkts hinausblickt.“
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