SafraSarasin: Kommunikationsprobleme erschweren die Griechenlandrettung
Karsten Junius, Chief Economist bei der Bank J. Safra Sarasin AG
Karsten Junius, Chief Economist bei der Bank J. Safra Sarasin AG, schreibt
in einer aktuellen Kolumne zum Thema Griechenland-Rettung:
Die wirtschaftliche Realität in einer Währungsunion muss besser erklärt werden.
Auf dem EU-Gipfel mag ein Kompromiss für die Finanzierung von Griechenland
gefunden worden sein. Einigkeit sieht aber anders aus. Europa macht statt-
dessen einen selten so gespaltenen Eindruck. Trotz vieler Hundert Milliarden
an Krediten und Strukturhilfen, die Griechenland über die letzten Jahre
erhalten hat, hat die Bevölkerung das Gefühl von Europa zum exzessiven
Sparen gezwungen zu werden. Umgekehrt fühlen sich die Menschen in vielen
nord- und osteuropäischen Ländern ausgenutzt und verstehen nicht, dass die
Griechen ihr Land nicht selber stärker reformieren. Was ist hier bloß
falsch gelaufen? Zu lange wurde die Europäische Währungsunion als ein
politisches Projekt behandelt, das ökonomisch schon irgendwie funktio-
nieren wird. Das Gegenteil ist nun der Fall. Ökonomisch funktioniert die
Währungsunion nicht und führt zu einem verbitterten politischen Klima.
Zusammenwachsen wird Europa so nicht. Politiker wie auch die «Institutionen»
haben es versäumt, besser zu erklären, wie eine Währungsunion in der Praxis
funktioniert, was ihre Vorteile und Nachteile sind. Und so hat jedes Land
wohl andere Hoffnungen mit der Währungsunion verknüpft. Funktionieren
wird diese letztlich aber nur, wenn sie auch wirtschaftlich ein Erfolg
ist. Das Vereinigte Königreich hat das 2001 sehr gut verstanden und
anhand von fünf Kriterien überprüft, ob ein Beitritt zur Währungsunion
wirtschaftlich vorteilhaft wäre. Das konnte nicht klar bejaht werden
und so zahlt man in Großbritannien glücklich weiter mit dem Britischen
Pfund.
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