Rothschild AM: Aktuelle Bondstrategien - Hochzinsanleihen und nachrangige Finanzanleihen bevorzugt
Guillaume Rigeade, Fondsmanager des Edmond de Rothschild Bond Allocation
Inflationsentwicklung, Griechenland-Krise und Fragezeichen im Hinblick
auf eine US-Zinsanhebung – vor diesem Hintergrund reagierten die Anleihe-
märkte in den vergangenen Wochen ungewöhnlich volatil. Welche Anleihe-
strategie führt im aktuellen Marktumfeld zum Erfolg? Guillaume Rigeade,
Fondsmanager des Edmond de Rothschild Bond Allocation, hat sein Fonds-
vermögen derzeit zu rund einem Viertel in Geldmarktinstrumenten angelegt
und behält eine hohe Gewichtung in Hochzinsanleihen und nachrangigen
Finanzanleihen (fast 40 Prozent) bei. Für Rigeade sind derzeit
insbesondere europäische Hochzinsanleihen und nachrangige Finanz-
anleihen attraktiv.
In den vergangenen Wochen gab es bei der Inflation in der Eurozone
einige positive Überraschungen, speziell in Deutschland. Ende April
2015 hat dies eine Korrektur am Anleihemarkt in Gang gesetzt, die
seitdem noch an Dynamik gewonnen hat. „Die Märkte haben zweifelsfrei
auf den überraschenden Anstieg der Inflation, der teilweise auf die
Erholung der Ölpreise zurückzuführen ist, überreagiert. Sie stellen
gegenwärtig die Entschlossenheit der Europäischen Zentralbank (EZB)
auf den Prüfstand, ihr Programm der geldpolitischen Lockerung bis zum
Ende durchzuhalten“, resümiert Rigeade. Unter dem Strich sei es nur
vier Monate nach Start jedoch viel zu früh, um die Auswirkungen dieser
Politik einzuschätzen. All diese Faktoren haben eine ungewöhnliche
Belastung auf den Anleihemarkt ausgeübt.
Volatile Märkte: von Griechenland und der US-Notenbank beeinflusst
Zudem haben die Sorgen um einen griechischen Staatsbankrott oder
„Grexit“ wiederholt Volatilität hervorgerufen und eine Spread-Ausweitung
bei Anleihen der Peripherieländer der Eurozone verursacht.
Nach dem Anstieg der europäischen Anleiherenditen waren die US-Renditen
im Mai ebenfalls gestiegen, wenn auch weniger stark. „Zwar hat US-
Notenbankchefin Janet Yellen im Juni angedeutet, dass es noch 2015
eine Zinssteigerung geben würde, aber die Märkte warten nach wie vor
auf mehr Klarheit bezüglich des zukünftigen geldpolitischen Kurses
der Fed“, sagt Rigeade. Sollte sich in den USA eine derart positive
Dynamik bei der Schaffung von Arbeitsplätzen entwickeln, wie es die
Zahlen für den Juli belegen, dürfte die Fed auf einen Anstieg der
noch niedrigen Inflationsrate warten wollen. Dadurch würde die Fed
dem gesamten Verlauf der Zinserhöhung mehr Transparenz verleihen.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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