J.P. Morgan AM: Kein Beginn einer Rezession in den Industrieländern erwartet
Jakob Tanzmeister, Produktexperte für Multi Asset Portfolios
bei J.P. Morgan Asset Management
Nachdem der Montag vermutlich als „verrückter Börsentag“ in die Geschichte
eingehen wird, kommentiert Jakob Tanzmeister, Produktexperte für Multi Asset
Portfolios bei J.P. Morgan Asset Management, die Entwicklungen im Kontext
der Makroeinschätzungen: „Die Marktbewegungen waren sicherlich bedeutend
– allerdings hat sich der Kursrutsch in einer Woche ereignet, in der das
US-Wachstum für das 2. Quartal vermutlich um mindestens einen Prozentpunkt
auf 3,2 Prozent nach oben revidiert wird. Die Schlussfolgerung, dass wir
den Beginn einer Rezession in den Industrieländern erleben, dürfte also
zu weit hergeholt sein“, so der Experte. Inzwischen seien sehr beliebte
Positionen, so genannte „crowded trades“, wie beispielsweise US-Dollar-
Long-Positionen gegenüber dem Euro sowie Engagements bei europäischen Aktien
oder Hochzinsanleihen, abgebaut, so dass sich die Märkte insgesamt wieder
beruhigt haben. Insgesamt zeigten sich die Schwellenmärkte und Rohstoffe
mittlerweile technisch stark überverkauft, während US-Anleihen in hohem
Maße überkauft seien.
Erholung in den USA und Europa sollte sich weiter fortsetzen
Die dramatischen Marktbewegungen zum Wochenbeginn resultieren laut
dem Experten aus Sorgen um die Schwellenländer und insbesondere das
chinesische Wachstum, was durch die geringe Liquidität der Märkte
während des Sommers und die Unsicherheit über den nächsten Schritt
der Federal Reserve (Fed) zusätzlich verstärkt wurde. „Wir teilen
allerdings nicht die Vermutung, dass die Entwicklungen in den Schwellen-
ländern die US-Wirtschaft in eine Rezession abdriften lassen wird“,
betont Tanzmeister. Die jüngste Schwäche bei Rohstoffen, insbesondere
bei Öl, sei vielmehr die Folge eines Überangebots, das bereits seit
Längerem bestehe. Im Zusammenwirken mit dem Rückgang der Nachfrage in
den Schwellenländern ergebe sich dadurch ein deutlich trüberes Bild
für den Welthandel, als dies den Tatsachen entspräche. Die Folge sei
eine Abwärtskorrektur der globalen Wachstumserwartungen und eine über-
triebene Sorge, dass die Abkühlung in den Schwellenländern auf die
Industrieländer übergreifen könnte. „Wir erwarten dies nicht, halten
aber in einigen zyklischen Unternehmenssektoren Gewinneinbußen für
möglich. Die wirtschaftliche Erholung in den USA und Europa sollte
sich aber fortsetzen. Außerdem dürften die niedrigen Ölpreise und
eine leichte Abwertung des US-Dollars die Wirtschaft in den
kommenden Monaten beflügeln“, betont Tanzmeister.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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