DanskeInvest: Ist den Chinesen die Vernunft abhanden gekommen?
Bo Bejstrup Christensen, Chefanalytiker bei Danske Invest
In einem aktuellen Marktkommentar schreibt Bo Bejstrup Christensen,
Chefanalytiker bei Danske Invest:
"Das Thema China war zuletzt stark in den Medien vertreten: Das Wachstum
scheint sich weiter abzuschwächen, der Aktienmarkt kollabiert und vor
kurzem haben die Chinesen einen neuen Modus zur Wechselkursfestlegung
eingeführt. Die Verwirrung ist komplett. Der Mangel an Vertrauen in die
chinesische Regierung und deren Fähigkeit, die Wirtschaft und die chine-
sischen Finanzmärkte zu lenken, hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die
Titelseite des Economist machte auf mit „The Great Fall of China”
während viele andere Medien wie die Financial Times von der verspielten
Glaubwürdigkeit der chinesischen Regierung schrieben. Eine Frage steht
im Raum. Haben die Chinesen die Kontrolle verloren? Ist ihnen die
Vernunft abhanden gekommen? Die kurze Antwort lautet: nein.
Ganz im Gegenteil. Wir glauben, dass es für die chinesischen Maßnahmen
ganz rationale Gründe gibt. Rückblickend lässt sich erkennen, dass es
dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping sehr viel schneller und umfassender
gelungen ist, seine Macht zu konsolidieren, als viele es 2012 vermutet
hätten. Xi Jinping hat bereits zahlreiche Reformen ins Leben gerufen.
Auf politischer Ebene ist eine umfassende Anti-Korruptionskampagne die
bisher eindrucksvollste Manifestation seiner Kontrolle über den
politischen Apparat.
2015 ist ein besonderes Jahr
Blicken wir auf den Finanzsektor, erweist sich 2015 als ein ganz be-
sonderes Jahr sowohl für Xi Jinping als auch für China insgesamt. 2015
hat die chinesische Währung die Chance, ein Teil des Währungskorbs an
globalen Weltreservewährungen des Internationalen Währungsfonds (IWF)
zu werden. Eine solche Gelegenheit bietet sich nur alle fünf Jahre
einmal, das nächste Mal also im Jahr 2020 – zu diesem Zeitpunkt wird
Xi Jinping das Machtzentrum verlassen."
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