J.P. Morgan AM: Eine vorsichtige Haltung der Fed und ein schwächeres globales Wachstum sind positiv für die Zinsmärkte
Robert Michele, Chief Investment Officer für die Anleihenseite
und Head of the Global Fixed Income, Currency & Commodities Group bei
J.P. Morgan Asset Management
Die Experten von J.P. Morgan Asset Management haben ihre Erwartungen
für das globale Wirtschaftswachstum korrigiert. Während sie noch im
letzten Quartal zum ersten Mal seit 2008 ein Wachstum über Trend für
möglich hielten, sehen sie dies nun eher unterhalb des Trendniveaus:
Robert Michele, Chief Investment Officer für die Anleihenseite und Head
of the Global Fixed Income, Currency & Commodities Group bei J.P. Morgan
Asset Management, erläutert in seinem vierteljährlichen Marktausblick,
dass die USA, Europa und Großbritannien zwar allesamt ein wenn auch nur
moderates, aber dennoch überdurchschnittliches Wachstum aufweisen. Was
sich jedoch im Vergleich zum optimistischeren Ausblick im letzten Quartal
geändert habe, sei die Einschätzung der Schwellenländer, in denen sich
das Wachstum weiter abkühle. „Das Wirtschaftswachstum in den Industrie-
ländern scheint nicht mehr auszureichen, um die Schwellenländer mitzu-
ziehen. Vielmehr könnte sich die schwächere Wirtschaftsentwicklung der
Schwellenmärkte negativ auf die Industriestaaten auswirken. Angesichts
der somit zu erwartenden Verlangsamung des globalen Wachstums haben wir
unser Basisszenario entsprechend angepasst“, erläutert Michele. Vor
allem aber habe die Definition von „Trend“, also dem Wachstumspotenzial,
überarbeitet werden müssen. Denn der gleitende Zehnjahresdurchschnitt
des globalen Wachstums sei zuletzt unter die Marke von 4 Prozent gesunken
und werde gemäß IWF-Prognosen noch weiter zurückgehen. „Wir haben unseren
Schwellenwert für das globale Potenzialwachstum entsprechend auf
3,75 Prozent angepasst“, sagt Michele.
Umfangreiche geldpolitische Maßnahmen in China
Die Wachstumsverlangsamung in China hat laut dem Experten sowohl für
die Schwellenländer als auch für die Weltwirtschaft insgesamt Folgen.
Denn noch nie zuvor waren die globalen Märkte so integriert wie heute
und auch so abhängig von den Schwellenländern, die mittlerweile mehr
als 40 Prozent zum globalen Bruttoinlandsprodukt beisteuern. Inzwischen
verlangsamt sich bei über 60 Prozent der Schwellenländer das Wachstum,
denn dies korreliert stark mit dem Wachstum Chinas. „Unsere dennoch nicht
zu negative Prognose für das globale Wachstum mag angesichts der Bedeutung
Chinas überraschen. Allerdings legen unsere hauseigenen Indikatoren nahe,
dass es China gelingen sollte, mit geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen
und Investitionen in Infrastrukturprojekte das Wachstum in einem Korridor
von 5,5 bis 7 Prozent zu stabilisieren, zumindest kurzfristig“, erläutert
Michele.
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