Barings: Vermögensanlagen in China im Jahr des Affen
William Fong, Investment Manager bei Baring Asset Management
Im aktuellen Investment Update schreibt William Fong,
Investment Manager bei Baring Asset Management:
Volatilität schafft Chancen
In den ersten Wochen des Jahres 2016 sahen sich Anleger mit einer
stark erhöhten Volatilität über sämtliche Aktienmärkte weltweit
konfrontiert und China war dabei keine Ausnahme.
Der MSCI China Index schloss den Januar mit einem Minus von 12,7%
in USD und lag damit leicht hinter dem MSCI Emerging Markets Index.
Diese Entwicklung folgt auf zwölf bereits schwache Monate, in denen
der Markt ohnehin um fast 23% gefallen war.
Für die Marktrückgänge lässt sich isoliert zwar kein einzelner
Grund festmachen, sicherlich spielten jedoch die Entscheidung der
US-Notenbank zur Anhebung der kurzfristigen Zinssätze, Sorgen über
mögliche weitere Abwertungen des Renminbi und des Hongkong-Dollar
sowie die beunruhigenden Auswirkungen des neuen „Schutzmechanismus“
am chinesischen Markt eine wichtige Rolle.
Unserer Auffassung nach ergibt sich durch die Marktturbulenzen
eine Chance für flexible Anleger, die bereit sind, sich länger-
fristig zu positionieren. Obwohl sich eine weitere Volatilitäts-
phase nicht ausschließen lässt, ist die Marktschwäche unserer
Einschätzung nach hauptsächlich auf die Anlegerstimmung zurück-
zuführen und basiert nicht auf Fundamentaldaten.
Durch die Fixierung auf ein bestimmte Zahl wird manchmal die Tatsache
übersehen, dass China nach wie vor mit den größten Beitrag zum globalen
Wirtschaftswachstum leistet. Auch das umfangreiche Reformprogramm der
Regierung, einschließlich der Abschaffung der „Ein-Kind-Politik“ vom
1. Januar, erlangte bisher noch nicht die Glaubwürdigkeit, die es
unserer Ansicht nach verdient. Das Ausmaß der Veränderungen, die Chinas
Wirtschaft in den vergangenen Jahren durchlaufen hat, ebenso wie die
Entstehung neuer Wachstumstreiber dort, bieten unserer Einschätzung
nach attraktive langfristige Anlagechancen.
Langfristige Gewinner identifizieren
Unsere Investmentstrategie ist seit Langem darauf ausgerichtet, gezielt
von der sich verändernden Struktur der chinesischen Wirtschaft und der
zunehmenden Bedeutung des Dienstleistungssektors zu profitieren.
Im Rahmen der Unternehmensbewertung achten wir besonders auf das Wachstums-
potenzial über die kommenden fünf Jahre. Dieser Zeitraum ist länger als bei
den meisten anderen Vermögensverwaltern, denn er erlaubt es uns, so glauben
wir, das langfristige Potenzial vieler Unternehmen frühzeitig zu erkennen.
Darüber hinaus achten wir auf Qualitätsmerkmale wie solide Bilanzen, er-
fahrene Führungsteams mit einer nachweislichen Wertschöpfung für Aktionäre
sowie ein überzeugendes Geschäftsfeld.
Solche Unternehmen dürften weniger anfällig auf kurzfristige Volatilitäts-
phasen reagieren und verfügen außerdem über das Potenzial, ihre Marktposition
im Laufe der Zeit zu stärken.
Chinas Unternehmen bewegen sich in der Wertschöpfungskette nach oben. Vor
diesem Hintergrund bevorzugen wir Firmen, die von dem steigenden Konsum
und der technologischen Ausstattung profitieren. Des Weiteren favorisieren
wir die Marken des „Neuen Chinas“, die im internationalen Wettbewerb mit-
halten können.
Dazu zählen Unternehmen wie Tencent, ein Technologie-Gigant und Betreiber
von WeChat (das größte mobile Chat-Netzwerk in China), sowie Sunny Optical,
einer der führenden Hersteller von optischen Linsen, der gut aufgestellt
ist, um vom Wachstum im Bereich der Fahrerassistenzsysteme in Fahrzeugen
zu profitieren.
Eine Strategie für Zeiten im Wandel
Nach den ziemlich starken Aktienkursbewegungen der letzten Wochen haben
wir die Gelegenheit genutzt, um von uns bisher favorisierte Unternehmen,
deren Preis uns aktuell als zu hoch erscheint, neu zu bewerten.
Dazu zählt Guangdong Investment, das Versorgungsunternehmen, das
Hongkong, Shenzen und Dongguan mit Wasser beliefert. Der Konzern
profitiert von der zunehmenden Nachfrage infolge des Bevölkerungs-
anstiegs sowie davon, dass die Bedeutung von Umwelt und Wasserqualität
immer mehr Anerkennung findet, allen voran durch die Behörden.
Darüber hinaus haben wir eine Vielzahl chinesischer Unterhaltungskonzerne
analysiert und für eine Investition ausgewählt. Unsere Analysen lassen
darauf schließen, dass die Einnahmen der Filmindustrie in China im nächsten
Jahr die der USA übersteigen werden, da immer mehr Menschen Kinos besuchen
und zunehmend mehr Filme in chinesischer Sprache erhältlich sind. Fünf der
zehn erfolgreichsten Filme in China sind Inlandsproduktionen und unserer
Einschätzung nach dürfte sich dieser Trend fortsetzen.
Da das Bewertungsniveau aktuell deutlich niedriger ist als Ende 2015,
sind wir zuversichtlich, dass die Unternehmen, in die wir investiert
haben, über das Potenzial verfügen, mittel- bis langfristig kräftige
Erträge zu erwirtschaften.
Wir können zwar nicht ausschließen, dass der schelmische Affe kurz-
fristig für eine erneute Volatilitätsphase sorgt, möchten jedoch noch
einmal betonen, dass Volatilität auch Chancen schafft. Mit dem richtigen
Ansatz könnten Anleger 2016 eventuell von der Magie im Jahr des Affen
überrascht werden.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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