T. Rowe Price: Afrika - Aufschwung in Sicht
Oliver Bell, Portfoliomanager des Frontier Markets Equity Fund von T. Rowe Price
Die Frontier-Märkte haben 2017 die höchsten Renditen seit zehn Jahren erzielt.
Mit einem Plus von rund 32 Prozent (MSCI Frontier Markets Index) übertrafen
sie die entwickelten Märkte deutlich. Zu den herausragenden Erfolgsgeschichten
des vergangenen Jahres zählen etwa Argentinien und Vietnam. Die Friedenspolitik
hat in den beiden Ländern zu einer wirtschaftlichen Reformagenda geführt, die
wiederum Initialzündungen für Wachstum und Investitionen sind. Oliver Bell,
Portfoliomanager des Frontier Markets Equity Fund von T. Rowe Price, hat sich
das Frontier-Markets-Universum – und dabei insbesondere Afrika – genauer ange-
sehen. Der Experte erläutert, was erforderlich ist, damit die Volkswirtschaften
der weniger entwickelten Märkte auch in diesem Jahr erfolgreich sein können.
„Nach der Dürre und der wirtschaftlichen Stagnation im vergangenen Jahr könnte
2018 das Jahr sein, in dem sich Afrika wirtschaftlich erholt“, sagt Oliver Bell.
Obwohl Südafrika eigentlich nicht zu den Frontier-Markets-Ländern gehöre, wirke
sich die wirtschaftliche Gesundung dieses Landes auch auf die kleineren Volks-
wirtschaften des Kontinents aus. So wurde der südafrikanische Vizepräsident
Cyril Ramaphosa zum neuen Vorsitzenden der Regierungspartei ANC (African National
Congress) gewählt. „Ramaphosa gilt als geschäfts- und marktfreundlich. Wir haben
große Hoffnungen, dass dies ein Wendepunkt für die Reform markiert und die
Präsidentschaft von Jacob Zuma beendet wird“, so der Experte. „Eine Reform
würde Investitionen von Unternehmen, lokalen Renten- und Versicherungsfonds
in Milliardenhöhe ermöglichen“.
Eine positive Entwicklung könnte auch in Simbabwe erfolgen, nachdem der
Diktator Robert Mugabe im vergangenen Jahr nach 37 Jahren Herrschaft abgesetzt
wurde. „Wir begrüßen den Wandel und hoffen, in diesem Jahr völlig freie und
faire Wahlen zu sehen, die der Regierung die dringend benötigte Legitimität
ermöglichen. Dies sollte beträchtliche Investitionen freisetzen, um wieder in
den sogenannten Brotkorb Afrikas, also Südafrika, zu investieren“, bemerkt
Bell. Wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen in Südafrika verbessern,
habe dies positive Auswirkungen auf Nachbarländer wie Namibia, Botswana und
Sambia. Zudem profitiere der Rohstoffproduzent Sambia von der Erholung der
Kupferpreise. „Hoffentlich wird Mosambik das Ende der Auswirkungen der
Schuldenkrise sehen und wieder höhere BIP-Wachstumsraten erzielen – unter-
stützt durch Investitionen in seine umfangreichen Gasfelder. Tansania könnte
eine neue Ära einläuten, sobald es klare Beweise dafür gibt, dass Präsident
John Magufulis Durchgreifen in bestimmten Branchen tatsächlich eine Anti-
Korruptionskampagne ist.“
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