Donner & Reuschel: Mumm kompakt - Zur aktuellen Dollarstärke
Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel
Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel,
schreibt in seiner aktuellen Markteinschätzung:
Am 1. Mai unterschritt der Kurs des Euro im Verhältnis zum US-Dollar
kurzzeitig die Marke von 1,20 EUR/USD. Nachdem erst vor kurzem die seit
Januar bestehende Handelsspanne zwischen 1,22 und 1,25 EUR/USD unter-
schritten wurde, ist kurzfristig eine weitere Aufwertung der US-Währung
bis auf 1,17 oder sogar 1,15 EUR/USD wahrscheinlich. Ursache der jüngsten
Dollarstärke sind die aktuell vergleichsweise deutlich steigende In-
flationsrate in den USA und damit einhergehend stärker steigende Zinsen
am kurzen und langen Ende. Mittelfristig sprechen die meisten Argumente
jedoch für den Euro. In den USA ist eher als in Europa mit einer abnehmenden
Konjunkturdynamik zu rechnen. Dann sollten die Zinsen dort fallen, während
sie in der Eurozone tendenziell anziehen werden. Die transatlantische Zins-
differenz wird sich also eher einengen als ausweiten. Zudem steigt die Ver-
schuldung der US-Regierung durch geringere Steuereinnahmen und höhere Aus-
gaben in den kommenden Monaten deutlich an. Mit Blick auf die kommenden 12
bis 18 Monate sind daher Notierungen in der Nähe der Kaufkraftparität bei
1,30 EUR/USD zu erwarten.
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