La Française Kommentar: Steigende Volatilität bei Schwellenländeranleihen
Georges Farré, Head of Emerging Markets, Fixed Income, La Française
In einem aktuellen Meinungskommentar schreibt Georges Farré, Head
of Emerging Markets, Fixed Income, La Française, zu der steigenden
Volatilität bei Schwellenländeranleihen:
Steigende Volatilität bei Schwellenländeranleihen
Seit der zweiten Aprilhälfte sehen wir eine Phase steigender Volatilität
bei Anleihen aus den Schwellenländern. Der Hauptauslöser für diese Korrektur
ist zweifellos die Aufwertung des US-Dollars – neben den 10-jährigen US-Zinsen,
die von 2,8% auf 3% stiegen. Es gibt sicherlich viele Gründe für die Erholung
des US-Dollars, aber vor allem spiegelt dies eine Desynchronisierung des US-
Wachstums vom Rest der Welt wider. Tatsächlich wurden die Wachstumserwartungen
in Europa und in den Schwellenländern durch etwas schwächere Indikatoren be-
einträchtigt. Wir wissen, dass die Folgen eines starken US-Dollars für die
Schwellenländer darin bestehen, dass die Lokalwährungen abgewertet werden
– vor allem in Ländern wie Argentinien und Türkei, die fragile Bilanzen
aufweisen.
Genau diese Konsequenz sehen wir im Moment in Argentinien, dessen Lokalwährung
seit dem 24. April um 8% abgewertet wurde. Die Zentralbank beschloss, am Fremd-
währungsmarkt einzugreifen und erhöhte die Zinssätze um 300 Basispunkte. Vielleicht
wäre das Gegenteil sinnvoller gewesen, da die Marktteilnehmer ihre Zweifel nicht
abgelegt haben und sich die Korrektur sogar beschleunigte. Die Zentralbank musste
eingreifen, indem sie 5 Mrd. US-Dollar an Reserven verkaufte und den Leitzins auf
insgesamt 12,5 Prozentpunkte auf 40% anhob, um etwas Stabilität zu erreichen.
Letztendlich bat Argentinien den Internationalen Währungsfonds (IWF) am 8. Mai
um Unterstützung. Auch die Lokalwährung in der Türkei wurde abgewertet und die
Zentralbank beschloss, die Zinsen um 75 Basispunkte anzuheben. Dies reichte
jedoch nicht aus, um die Verluste wieder auszugleichen. Wie so oft in Krisen-
zeiten werden die Zentralbanken der Schwellenländer sehr schnell auf die Probe
gestellt und ihre Kreditwürdigkeit geprüft.
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