Lazard AM: Spanien - Misstrauensantrag wird nicht zu politischer Krise führen
Julien-Pierre Nouen, Chef-Wirtschaftsstratege des Vermögensverwalters
Lazard Frères Gestion
Julien-Pierre Nouen, Chef-Wirtschaftsstratege des Vermögensverwalters
Lazard Frères Gestion, kommentiert die derzeitigen politischen Ereignisse
in Spanien:
"Die Situation in Spanien unterscheidet sich grundlegend von der in
Italien. Das makroökonomische Umfeld ist in Spanien viel besser: Das
Vertrauen in die Wirtschaft ist immer noch sehr hoch, es steht im Ein-
klang mit einem starken Wachstum von etwa 3,0 Prozent, und die Arbeits-
losenquote sinkt rapide. Deshalb wird unserer Meinung nach der Miss-
trauensantrag gegen den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy
nicht zu einer politischen Krise führen. Es wäre viel mehr nötig, um
die gute wirtschaftliche Dynamik Spaniens zu stören, zumal das Land
keine dringenden Probleme hat, die eine Regierung lösen müsste.
Wir glauben, dass die Veränderung des spanischen Länderrisikos stärker
von den Geschehnissen in Italien als von nationalen politischen Ereignissen
beeinflusst wird. Tatsächlich dürfte das spanische Haushaltsdefizit im Jahr
2018 2,5 Prozent erreichen, und zugleich verbessert sich das Verhältnis von
Staatsverschuldung und Bruttoinlandsprodukt. Sofern das spanische Wirt-
schaftswachstum auf dem derzeitigen Niveau bleibt, dürfte sich deshalb
auch das Risikoeinordnung spanischer Staatsanleihen verbessern."
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