Aberdeen Standard Kommentar zur türkischen Zinsentscheidung
Brett Diment, Head of Emerging Market Debt bei
Aberdeen Standard Investments
"Es ist erfreulich zu sehen, dass sich der gesunde Menschenverstand
durchsetzt. Die bereits von den Behörden vorgenommenen Veränderungen
und der Ausverkauf der Lira bedeuten, dass sich die türkische Wirtschaft
tatsächlich bereits abgekühlt hat. Schlussendlich wird das geschaffene
Umfeld, in dem die Banken 30% Zinsen für Kredite verlangen, eine
beruhigende Wirkung auf die Volkswirtschaft haben. Aus rein wirtschaftlicher
Sicht hätte man also argumentieren können, dass die Notwendigkeit einer
Zinserhöhung etwas geringer geworden ist, und dass das Risiko jetzt
darin besteht, dass die Nationalbank über das Ziel hinausschießen und
am Ende ihre Geldpolitik zu stark straffen könnte.
Jedoch bringt erst die heutige Zinserhöhung die Türkei langsam zurück auf
den Weg, eine gewisse Glaubwürdigkeit ihrer Geldpolitik wiederherzustellen,
und das ist entscheidend. Denn wenn die Zinsen heute nicht erhöht worden
wären, dann hätte das reale Risiko bestanden, dass die Lira nochmals stark
unter Druck geraten und das Land dann schnell auf eine Zahlungsbilanz - und
auch eine Bankenkrise zugesteuert wäre."
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