CFM: Aktives Investieren kann sich lohnen - mit den richtigen Managern und Geduld

Georg von Wyss, Portfoliomanager der Classic Funds, Asset-Manager der Fonds ist der Schweizer Fondsverwalter BWM AG
Aktives Investieren kann sich lohnen - mit den richtigen Managern und Geduld
"Es ist augenscheinlich, dass Passives Investieren zunehmend Marktanteile gewinnt", stellt Georg von Wyss, Portfoliomanager der Classic Funds, fest. "Das ist nachvollziehbar, weil immer mehr Anleger sich mit der Index-Performance zufrieden geben." Wer indes eine Überrendite sucht, muss einen der wenigen aktiven Manager ausfindig machen, die das liefern können - und dabei akzeptieren, dass die Performance bisweilen hinterher läuft, so die Erkenntnis des überzeugten Value-Investors.
Während passive Investments, seien es Indexfonds oder ETFs, darauf ausgerichtet sind, die Entwicklung eines Indexes oder einer Benchmark abzubilden, versuchen aktive Manager, die gewählte Benchmark nach Kosten zu schlagen. "Beispielsweise mittels Value Investing - einer Strategie, die verlässlich Mehrrenditen bringt", so von Wyss. Value Investing heisst, konsequent nur Titel zu kaufen, die unter ihrem fairen Wert handeln. "Akademische Studien belegen, dass dieser Stil eine Value-Prämie einbringt, also eine Zusatzrendite gegenüber dem Gesamtmarkt, und dies über alle Regionen und Zeiträume hinweg", so der Fondsmanager weiter. "Rechnen kann man langfristig mit einer Zusatzrendite von ein bis drei Prozentpunkten pro Jahr."
Den wissenschaftlichen Hintergrund dafür lieferte Nobelpreisträger Robert Shiller, der nachgewiesen hat, dass ein Markt oder auch ein einzelner Titel über lange Zeit falsch bewertet sein kann, woraus Value-Investoren Mehrrenditen ziehen können, indem sie diese Übertreibungen nach unten ausnutzen. Gleichzeitig bedeute dies aber, dass sie gegebenenfalls eine gewisse Zeit eine Underperformance in Kauf nehmen müssen, bis das Investment die Unterbewertung aufholt.
"Eigene Recherchen zeigen, dass Fonds, die über zehn Jahre überdurchschnittlich gut waren, tendenziell auch in den folgenden zehn Jahren zu den Gewinnern zählen. Außerdem zeigen Studien, dass Investmentboutiquen eine bessere Performance abliefern als große Fondshäuser", so von Wyss. Gleichwohl sind ausgewiesene Value-Fonds in den vergangenen zwei bis vier Jahren marktbedingt unter- durchschnittlich gelaufen. Hier gilt es zu akzeptieren, dass der Traum, jedes Jahr den Index zu schlagen, nicht erreichbar ist, und dass Anleger Geduld aufbringen müssen, um langfristig eine Überrendite gegenüber dem Index zu erzielen.
Für Index-Investoren wiederum gilt, dass sie systembedingt alle Phasen des Marktes mitmachen und somit auch in einem teuren Markt die teuren Titel kaufen, die einen Index fast immer dominieren. "Das bedeutet zugleich, offensichtliche Chancen zu ignorieren", wie von Wyss betont. So konnten Anleger, die in den Jahren 2000 bis 2015 passiv den Weltaktienmarktindex MSCI gekauft haben, vor Gebühren nichts verdienen, während Anleger mit dem im aktiven Value-Stil verwalteten Classic Global Equity Fund nach Gebühren ihr Geld mit einem Plus von 278% mehr als verdreifacht haben. „Fähige unkonventionelle aktive Manager erkennt man am langfristigen Leistungsausweis, nicht aber zwingend am kurzfristigen Track Record", resümiert von Wyss.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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