BlueBay´s View: China-USA-Deal wird zustande kommen
Mark Dowding,Partner und Chief Investment Officer von BlueBay
Überraschend hat sich der Handelsstreit zwischen den USA und China in der vergangenen Woche wieder verschärft, nachdem US-Präsident Donald Trump ankündigte, die Einfuhrzölle auf chinesische Waren doch auf 25 Prozent zu erhöhen. Zum Teil kann Trumps Verhalten, die Drohung zu einem Zeitpunkt wahr zu machen, zu dem Investoren schon eine Einigung nahe sahen, als Teil seines generellen Modus operandi eingeordnet werden, der sich bereits während der NAFTA-Verhandlungen im Jahr 2018 manifestierte.
Gleichzeitig wird durch diesen Schritt aber auch deutlich, dass die Märkte weiter mit angespannten Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt rechnen sollten, auch wenn sich in den nächsten Wochen ein Handelsabkommen abzeichnet. In Washington herrscht das Gefühl vor, dass Peking eher ein strategischer Rivale als ein Partner ist.
Aus politischer Sicht hat eine harte Haltung Trumps gegenüber China einen klaren politischen Mehrwert für einen Präsidenten, der sich schon in Richtung Kampagne für seine Wiederwahl bewegt. Allerdings ist Trump auch versiert genug zu erkennen, dass die Wähler sich am Ende des Tages am meisten für die Wirtschaft interessieren und es dürfte wenig überraschen, dass die Zustimmungswerte des Präsidenten eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA verbunden sind.
In diesem Zusammenhang liegt es weder im Interesse der USA noch Chinas, einen ungebührlichen Handelskrieg auszulösen, der mehr Verlierer als Gewinner hervorbringen würde und den Aktienmärkten und dem wirtschaftlichen Vertrauen schadet. Aus dieser Perspektive glauben wir, dass ein China-USA-Deal zustande kommen wird, wobei Trump natürlich begierig darauf sein wird, dies als seinen großen persönlichen Erfolg darzustellen, zu dem nur er allein in der Lage war.
Wir sind daher der Überzeugung, dass eine hektische, von Trumps Tweets ausgelöste Kapitalflucht in Richtung Qualität eine kurzlebige Überreaktion ist und die Ausrichtung an eher mittelfristigen Entwicklungen sich als wertvoller erweist, um mit kurzfristigen Volatilitätsschüben umzugehen.
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