Showdown zwischen Trump und Xi auf dem G20-Gipfel - Principal Global Investors kommentiert
Seema Shah, Senior Global Investment Strategist bei
Principal Global Investors
"Die Sicherheit über einen Durchbruch der bevorstehenden Gespräche ist trügerisch, die Märkte sollten vorsichtiger sein" - Seema Shah, Senior Global Investment Strategist bei Principal Global Investors, kommentiert den möglichen Ausgang der Handelsgespräche zwischen den USA und China im Rahmen des G20-Gipfels:
"Die positiven, letztlich aber inhaltsleeren Kommentare verschiedener Mitglieder der US-Regierung in den letzten Tagen scheint den Märkten zu suggerieren, dass ein möglicher Durchbruch bei den US-chinesischen Gesprächen während des G20-Gipfels zu erwarten sei. Doch die vielfältigen Herausforderungen auf beiden Seiten deuten eher darauf hin, dass die Märkte gut daran täten, eher vorsichtig zu sein.
Mit Aktienwerten auf Rekordhöhen und einer Fed auf geldpolitischem Lockerungskurs ist es für Präsident Trump nicht unbedingt dringlich, sich auf ein Abkommen zu einigen. Die chinesischen Märkte kämpfen indes noch damit, wieder Tritt zu fassen. Dieser Umstand suggeriert, Präsident Xi stehe unter größerem Druck, eine Einigung zu erzielen - anstehende nationale Ereignisse implizieren jedoch ein mögliches Gegenteil.
Im Vorfeld des 70. Geburtstags der Volksrepublik China wird die Supermacht nicht nur darauf achten, eine starke Wirtschaft zu präsentieren. Sie wird auch ihre geopolitische Stärke demonstrieren wollen. Daraus ergibt sich eine eher geringe Konzessionsbereitschaft gegenüber den USA, verbunden mit der entschiedene Absicht, nationale chinesische Champions - insbesondere Huawei - zu schützen. Doch angesichts der Entschlossenheit der US-Regierung, die Bestrebungen Chinas zur technologischen Supermacht zu lähmen, könnte dieser Punkt auch für Präsident Trump nicht verhandelbar sein.
Wenn die Handelsspannungen zwischen den USA und China also weiter eskalieren, werden sich die globalen Wachstumsaussichten deutlich eintrüben. In diesem Fall wird der Zentralbankstimulus sicherlich damit zu kämpfen haben, die Schäden rückgängig zu machen - Risikoanlagen dürften ins Straucheln kommen. Technologieaktien stünden dann direkt in der Schusslinie. Chiphersteller wären von einem Zusammenbruch der Handelsgespräche besonders betroffen.
Sollte es aber Anzeichen eines Fortschritts der Gespräche auf höchster Ebene geben, richtet sich die Aufmerksamkeit schnell auf die Juli-Sitzung der Fed: weicht sie dann doch von ihrer versprochenen Zinssenkung ab? Da der Aktienmarkt momentan eine Senkung um 50 Basispunkte einpreist, könnte die Marktenttäuschung deutlich ausfallen. Das ist eine Reaktion, die die Fed sicherlich verzweifelt zu vermeiden versuchen wird."
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