Nur konzertiertes Handeln der globalen Akteure und ein Sinken der Corona-Infektionsraten können den aktuellen Crash-Modus wirksam beenden
Michael Winkler, Leiter Anlagestrategie bei der St.Galler
Kantonalbank Deutschland AG
Die Aktienmärkte befinden sich mittlerweile im Crash-Modus. Dagegen helfen auch die am Wochenende verkündeten weiteren Notfallzinssenkungen der Federal Reserve nicht. Ihre Maßnahme ist an den Märkten bereits verpufft. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe:
Die daraus resultierende Panik-Stimmung an den Aktienmärkten spiegelt sich nicht nur in den sinkenden Aktienkursen wider, sondern auch im V-DAX. Wir erleben einen regelrechten Volatilitätsschock. Höher waren die Ausschläge nur in der Finanzkrise 2008. Ein komplettes Novum besteht darin, dass wir weltweit einen Crash erleben, der aus dem Stand von historischen Höchstständen erfolgt.
Die Situation wird für die Anleger zusätzlich verkompliziert, als die Diversifikation zwischen den Anlageklassen momentan nicht mehr funktioniert. Anleihen machen die Kursverluste an den Aktienmärkten nicht mehr wett, und auch der Goldpreis sinkt.
Der Grund: Jegliches Anlagekapital wird derzeit zu Cash gemacht. Die Ausverkaufs- stimmung wird erst enden oder zumindest abnehmen, sobald die Infektionsraten sinken. Solange werden die jetzt erreichten Unterstützungszonen für DAX und MSCI World weiterhin getestet - mit ungewissem Ausgang, ob sie halten.
Fazit: Die Kapitalmärkte können sich naturgemäß nicht vom realen Geschehen in Wirtschaft und Gesellschaft abkoppeln. Allerdings müssten die Folgen des realwirt- schaftlichen Geschehens für die Märkte nicht so drastisch ausfallen wie sie es derzeit tun. Dafür müssen die globalen Entscheidungsträger endlich glaubhaft den Eindruck vermitteln, dass sie die Krise gemeinsam entschlossen angehen.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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