St.Galler Kantonalbank Deutschland AG: Weitblick mit Winkler: Die Märkte beruhigen sich - Wann und wo endet die zweite Abwärtswelle?
Michael Winkler, Leiter Anlagestrategie bei der
St.Galler Kantonalbank Deutschland AG
Weitblick mit Winkler: Die Märkte beruhigen sich - Wann und wo endet die zweite Abwärtswelle?
Eine neue Rallye steht derzeit an den Aktienmärkten nicht an. Immerhin beruhigen sich die Märkte langsam. Das ist im Rahmen des derzeit Möglichen eine durchaus positive Nachricht. Denn diese Beruhigung hielt auch trotz der desaströsen Daten vom US-amerikanischen Arbeitsmarkt in der vergangenen Woche.
Für eine wirkliche Entwarnung ist es noch zu früh. Dafür sind sämtliche Parameter für die künftige Entwicklung schlicht noch viel zu offen. Die Bärenmarkt-Rallye ging in den weltweiten Aktien- Leitindizes Mitte vergangener Woche jedenfalls zu Ende. Und zwei wichtige Kurstreiber fallen bis auf Weiteres weg: Das Aktienrückkaufprogramm der US-amerikanischen Unternehmen sowie - besonders wichtig für den EuroStoxx 50 - Dividenden- ausschüttungen. Vor allem die europäischen Banken zählten immer zu den attraktiven Dividendenzahlern. Auch bei den Versicherungen ist zumindest fraglich, ob alle in diesem Jahr wie geplant Dividenden ausschütten.
Momentan suchen die Leitindizes weltweit noch nach einer Bodenbildung für die derzeit laufende zweite Abwärtswelle. Möglicherweise werden wir hier eine differenzierte Entwicklung sehen: Bei robusteren Indizes ist es durchaus möglich, dass die Tiefstände von Ende März nicht mehr erreicht werden. Schwächere Indizes könnten hingegen teilweise die Tiefs von Ende März sogar noch unterschreiten. Klar ist nur eines: Eine neue Bodenbildung – bei welchem Wert auch immer sie stattfindet – wird noch Wochen dauern.
Es gibt dabei durchaus auch Grund zu einem ganz vorsichtigen Optimismus. Dieses Pflänzchen ist noch zart, aber es hat - um im Bild zu bleiben - einen gewissen Nährboden. So hatte der WTI-Future bereits seit Ende März eine Beruhigung am Ölmarkt signalisiert, also durchaus zumindest zum Teil unabhängig von den Äußerungen von US-Präsident Trump. Und verlässliche Prognosemodelle signalisieren für die nächsten Jahre erneut zweistellige Renditen im Dax.
Fazit: Die Aktienmärkte hängen derzeit komplett von exogenen Faktoren - sprich: der Coronakrise und ihren Folgen - ab. Sie sind daher bis auf weiteres gezwungen, ebenso wie die Realwirtschaft auf Sicht zu fahren. Und wie im Straßenverkehr gilt dieses Motto "Auf Sicht fahren" damit auch für die Anleger.
Sie tun gut daran, vorsichtig eingestellt zu bleiben. Sollte es noch einmal deutliche Kursrückgänge geben, könnte es je nach individuellem Risikoprofil und den Rahmenbedingungen dann durchaus eine Option sein, über Nachkäufe nachzudenken.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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