ifo Präsident Fuest: EU sollte Pharmaunternehmen
Prämien für früher gelieferte Corona-Impfdosen bezahlen
München/Brüssel, 30. Januar 2021 - Die EU sollte den
säumigen Lieferanten von Covid-Impfstoffen eine
zusätzliche Prämie für jede zusätzliche, früher
gelieferte Dosis zahlen. Das fordern die Ökonomen
Clemens Fuest (ifo Institut) und Daniel Gros (CEPS)
in einem aktuellen Beitrag. Die Stellungnahme ist
eine Reaktion auf die wenig verbindlichen Bedingungen
in den Verträgen mit den Pharmaherstellern, die nun
zu einem schleppenden Verlauf der Impfmaßnahmen führen.
Die zusätzlichen Kosten für die Aufstockung der
Impfstoffversorgung für Europa könnten sich auf einige
Milliarden Euro belaufen, schreiben die Autoren.
"Die Prämien rechnen sich dennoch, denn sie wären immer
noch sehr viel günstiger als ein längerer Lockdown
wichtiger Teile der EU mit ihrer jährlichen
Wirtschaftsleistung von 14 Billionen Euro", erläutert
Fuest. "Dazu kommen die langfristigen Kosten für die
Schließung von Schulen und - nicht zuletzt - der
Verlust von Menschenleben." Jede zusätzliche
Impfstoffdosis, die im Jahr 2021 geliefert wird, hat
nach Schätzungen vorliegender Studien einen Wert von
etwa 1500 Euro für die Gesellschaft, führen die Autoren
aus, ein Vielfaches des Preises, der derzeit bei
höchstens 15 Euro liegt. Die Prämie sollte zu Beginn
ein Vielfaches des bislang vereinbarten Preises betragen
und im Laufe der Zeit sinken. Auf diese Weise hätten die
Unternehmen einen starken Anreiz, die Produktion
hochzufahren.
Quelle: Investmentfonds.de
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