Capital | UK-Inflation kühlt weiter ab
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Die jüngsten Arbeitsmarkt‑ und Inflationsdaten aus dem Vereinigten Königreich zeichnen das Bild einer Wirtschaft, die sich abkühlt, aber nicht einbricht. Die Kombination aus steigender Arbeitslosigkeit, nachlassendem Lohnwachstum und gemischten Inflationssignalen verschiebt die Erwartungen an die Geldpolitik – und prägt damit den kurzfristigen Ausblick für britische Vermögenswerte.
Ein sich abkühlender Arbeitsmarkt signalisiert wirtschaftliche Fragilität
Die Arbeitsmarktdaten zeigten einen Anstieg der Arbeitslosigkeit, während die Zahl der Beschäftigten auf Lohnabrechnungsbasis nachgab – ein weiteres Zeichen dafür, dass die Dynamik am Arbeitsmarkt nachlässt. Auch das Lohnwachstum schwächte sich im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen ab, was darauf hindeutet, dass der binnenwirtschaftliche Inflationsdruck durch Einkommen allmählich nachlässt.Das ist bedeutsam, weil die britische Wirtschaft bereits nur mit sehr geringem Tempo wächst. Da das BIP in den vergangenen Quartalen kaum zulegen konnte, erhöht ein sich abschwächender Arbeitsmarkt das Risiko, dass der private Konsum – ein zentraler Wachstumstreiber im Vereinigten Königreich – in den kommenden Monaten weiter nachlässt.
Kurz gesagt: Die Arbeitsmarktdaten signalisieren, dass der Wirtschaft die Luft ausgeht. Sie deuten noch nicht auf einen abrupten Abschwung hin, zeigen aber klar eine nachlassende Arbeitskräftenachfrage und eine Abkehr von überhitzten Bedingungen.
Inflation: ermutigend, aber noch kein abgeschlossener Auftrag
Das Inflationsbild ist differenzierter. Die Gesamtinflation (CPI) ging zurück und bestätigt, dass der allgemeine Preisdruck nachlässt. Allerdings liegt die Kerninflation weiterhin über 3 % im Jahresvergleich, auch wenn der monatliche Kernwert bei –0,6 % lag.Diese Kombination zeigt, dass die Inflationsdynamik aktuell nachlässt, die Jahresrate jedoch aufgrund von Basiseffekten und früheren Preisanstiegen erhöht bleibt. Besonders wichtig ist der negative monatliche Kernwert, da er darauf hindeutet, dass der zugrunde liegende Preisdruck möglicherweise schneller nachlässt, als es die Jahresrate allein vermuten lässt. Für die Geldpolitik ist das vorsichtig positiv: Das Risiko eines erneuten Inflationsschubs sinkt, doch die Bank of England hat noch keinen endgültigen Beweis dafür, dass die Inflation nachhaltig auf das 2‑Prozent‑Ziel zurückkehrt.
Die Bank of England wird daher kaum übereilt handeln, zumal die Kerninflation weiterhin über dem Ziel liegt. Allerdings verschiebt sich die Risikobalance zunehmend in Richtung Lockerung statt weiterer Straffung. Sollte sich die Abschwächung am Arbeitsmarkt fortsetzen und die monatlichen Inflationsdaten weich bleiben, wird eine Zinssenkung in den kommenden Monaten immer wahrscheinlicher. Das wichtigste Risiko für diesen Ausblick wäre eine erneute Beschleunigung der Dienstleistungsinflation oder des Lohnwachstums – beides ist derzeit jedoch nicht zu beobachten.
GBP/USD: vom Dollar getrieben, aber fundamental fragil
GBP/USD hat sich zuletzt weitgehend als Spiegelbild der Dollar‑Entwicklung bewegt – weniger aufgrund starker britischer Fundamentaldaten. Das Währungspaar stieg jüngst in den Bereich von 1,38–1,39, bevor es wieder nachgab. Technisch betrachtet ist das Paar unter kurzfristige Momentum‑Marken gefallen und pendelt nun um 1,36. Der 50‑Tage‑Durchschnitt fungiert als kurzfristige Unterstützung, während der Widerstand nun bei etwa 1,3650–1,37 liegt. Der RSI hat sich in Richtung neutraler Werte abgekühlt, was auf nachlassenden Aufwärtsdruck hindeutet.Aus makroökonomischer Sicht wird die Divergenz zwischen dem britischen und dem US‑Konjunkturausblick deutlicher. Die US‑Wirtschaft zeigt weiterhin Stärke, während das Vereinigte Königreich mit Stagnationsrisiken konfrontiert ist. Sollten die Märkte zunehmend frühere oder tiefere Zinssenkungen der Bank of England im Vergleich zur Federal Reserve einpreisen, dürfte es dem Pfund schwerfallen, nachhaltige Erholungen zu erzielen. Kurzfristig könnte GBP/USD in einer Spanne zwischen 1,34 und 1,38 verharren, wobei die Risiken leicht nach unten tendieren, falls sich die Zinserwartungen weiter zugunsten des Dollars verschieben.
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