J.P. Morgan AM: Die Volatilität kehrt zurück
Michael Mewes, Leiter des Anleihenteams bei J.P. Morgan AM Frankfurt
Anders als erwartet dauert der Ende April begonnene Ausverkauf an
den europäischen Anleihenmärkten auch im Juni noch an: „In der
letzten Woche durchbrach die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen
kurzzeitig die 1-Prozent-Marke und erreicht damit das höchste Niveau
seit September 2014. Mitte April lag diese noch bei 0,05 Prozent“,
erläutert Michael Mewes, Leiter des Anleihenteams bei J.P. Morgan
Asset Management in Frankfurt. Dieser Trend lässt sich auch in
anderen Ländern der Eurozone beobachten.
Als mögliche Gründe für diese Entwicklung führt der Experte eine
Vielzahl von Faktoren an, angefangen von den geänderten Inflations-
und Wachstumserwartungen im Vergleich zum Jahresanfang 2015 über
den Abbau von spekulativen Positionen bis hin zu Liquiditätssorgen
in den Kernmärkten. Aber auch Daten, die ein Nachlassen der Erholung
nahelegen, verbunden mit den anhaltenden Sorgen um Griechenland
sowie ein wieder erstarkender Euro haben die Märkte beeinflusst.
„Die Staatsanleihenmärkte haben besonders stark auf die ersten
drei Faktoren reagiert“, unterstreicht Mewes. So bewegten sich
bis Ende April insbesondere die Renditen für Bundesanleihen in
einer sich selbst verstärkenden Abwärtsspirale: Das Anleihenkauf-
programm der Europäischen Zentralbank ließ vermuten, dass diese
künstliche Nachfrage das emittierte Volumen deutlich übersteigt.
Zudem sahen spekulative Investoren in den deutschen Staatsanleihen
eine Wette, die nur eine Richtung kennt. „Die Kurse lagen dabei
jenseits dessen, was selbst angesichts dieser extremen Markt-
bedingungen gerechtfertigt war, so dass eine Korrektur fällig
wurde. Die Frage ist allerdings, ob die Märkte nun nicht in die
andere Richtung überreagieren“, so der Experte.
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